DJ Koze ist nicht nur seit Jahren eine Konstante als sowohl in Szenekreisen als auch weit darüber hinaus äußerst beliebter Plattenleger. Auch sein Label Pampa Records wird langsam und sicher zu einer Adresse, an der man nicht vorbeikommt. Nach Isoleé und Robag Wruhme kommt hier schon das nächste Highlight angetrabt. Trabt ein Esel? Hat der Pfoten? Keine Ahnung. Auf jeden Fall steht der Vierbeiner, der uns vom Cover entgegenblickt, für das ganze Album: Sympathisch, nett und mit einer individuellen Note ausgestattet. Während auf dem Cover des Debutalbums Blondie noch ein menschlich wirkendes Schwein mit Angstschweiß im Antlitz vorm Trecker zu fliehen schien, strahlt Eselchen absolute Feierabendruhe aus. Das tun die Songs auf Meine zarten Pfoten auch.
Bisher wurde die Künstlerin wohl überwiegend von Freunden elektronischer Musik wahrgenommen. Ein Händchen für Melodien hat sie früher schon bewiesen, nun öffnet sich der Blickwinkel. Hat man den Trecker nicht mehr im Genick, kann man den Blick in die Weiten der Pampa schweifen lassen. Computer steht gleichberechtigt neben Instrumenten – eingespielt alles von Michaela Dippel. Man kann Kategorisierungen hier gut und gerne beiseite lassen und das ganze als feingliedrigen und –sinnigen Pop nehmen, der Wohlklang und Wärme für den Hörer bereithält. Vom Eröffnungsstück Faith an – einem Cover der 90's Indieband Lucious Jackson, vertraut man auf das, was noch folgt. Zwischen Mopedgeknatter und Vogelzwitschern sind das vor allem Melodien, die einem das Grinsen ins Gesicht zurückzaubern und eine schöne Stimme. Dieser Esel wird mich den ganzen Sommer treu über Stock und Stein begleiten. Hail, hail to Ada, into Pampa we ride!
