Auch dieser britischen Band eilte bereits ein gewisser Ruf voraus. Doch zeigen die Wild Palms auf Until spring sehr deutlich, dass sie mehr sind als der Hype der Woche, den die britischen Musikmagazine so schnell und gerne ausrufen. Bisher standen sie eher im Ruf, mit einer der wohl erfrischendsten Phasen der (britischen) Popmusik zu liebäugeln, und eine weitere Retro-Post-Punk-Kapelle zu sein. Dies bestätigt Until Spring so nicht, zumindest wenn man an Bands wie Wire oder Gang of Four denkt, die ja – verdientermaßen – wieder mächtig hoch im Kurs stehen.
Die Wild Palms stehen eher für epischen Pop, der allerding – Entwarnung! – wiederum nichts mit ihnen angedichteten U2-Parallelen zu tun hat. Vielmehr überwiegt hier subtile, intelligente Popmusik, die Wert auf Vielschichtigkeit und ausgefeiltes wie ausgefallenes Soundbild legt. Neben den frühen Roxy Music denkt man dabei am ehesten an anspruchsvolle Popentwürfe aus den 80ern. Und so sind wir doch wieder im weiten Feld des Postpunks, das auch Poppioniere wie Prefab Sprout, Scritti Politti oder ABC miteinschließt. Doch die Wild Palms saugen dabei eher einen Geist auf, als dass sie zum Plagiat neigten; und zeigen dabei durchaus eine eigene Handschrift. Es handelt sich hier um ein unbedingt zeitgemäßes Album! Ein großartiges und emotionales Debut.
