Songtitel wie Ursa Major, Ursa Minor und 2095 machen es mehr als deutlich: AUN haben sich nicht nur weit, weit entfernte Gefilde des Universums sondern auch glatt die Zukunft zum Ziel gesetzt. Das mag man als liebenswürdige Kauzigkeit belächeln oder jedoch durchaus etwas ernst nehmen. Denn im mittlerweile ziemlich angesagten Ambient- und Drone-Genre nehmen Martin Dumais und Julie Leblanc volle Fahrt auf in wortwörtliche progressive Gefilde. Die sorgsam arrangierten Layers des neuen Albums Black Pyramid sind dermaßen durchdacht aufeinandergeschichtet, dass die Synthiechöre und die rauschigen Drones sich unentwirrbar zu einem Amalgamat soundtechnischer Brillanz. Ein wirklicher Rhythmus ist einerseits nicht auszumachen, die oszillierenden Noisekapaden kommen ohne Beats aus. Andererseits ist die Dynamik trotzdem da, nicht nur in der Laut/Leise-Regulation, auch mit der Intensität, der Dichte der Arrangements und ihrer Bewegungen erzeugen AUN immer noch genug Spannung. Das ist schon Ambient 2.0, nur eben für Spacenerds, ein wahnsinniger Trip außerhalb öder Genrekonventionen und althergebrachter Hörerlebnisse.