von Michael Ebmeyer Andrea Maria Schenkel: Finsterau David Small: Stiche. Erinnerungen "Bacon Talks": Frankfurts Schauspielintendant Oliver Reese schreibt ein Stück und inszeniert Eli Pariser: Filter Bubble Der FUTTERblog - streng verdaulich!
Donnerstag, 24. Mai 2012 | 00:46

Popol Vuh: Revisited & Remixed

23.06.2011

Erinnern und erneuern

Popol Vuh – noch nie gehört? Ich denke, doch! Eine Doppel-CD bietet die Möglichkeit des (Wieder-) Entdeckens von Originalen und Neubearbeitungen durch Vertreter einer jüngeren Generation der elektrischen Musik. Von TOM ASAM.

 

Popol Vuh der vagen Gattung des Krautrocks zuzuführen gibt eher eine zeitliche, denn eine stilistische Orientierung. Die 1970 gegründete Formation bezog sich erkennbar nicht an einer wie immer gearteten deutschen Musikvergangenheit. Man kann sie als progressive Rockband sehen, vor allem aber sind sie Pioniere elektronischer Ambientsounds, die sich auf den Einsatz von Synthesizern stützen. Der Bandname, der sich auf ein heiliges Buch der Maya-Kultur bezieht, passt bestens zur Musik, transportiert er doch eine gewisse, zeitlose Mystik.

Obgleich die Band im Vergleich zu Can oder Kraftwerk etwas vergessen zu sein scheint, haben sehr viele Menschen ihre Musik bereits gehört. Popol Vuh waren und sind prominent vertreten auf den Filmsoundtracks von Herzog/Kinski Filmklassikern wie Aguirre oder Cobra Verde. Zusammentreffend mit und im Gedenken an den zehnten Todestag von Bandgründer Florian Fricke werden zehn Highlights der Band von 1970 bis 1987 präsentiert, ergänzt um zwei bisher unveröffentlichte Bonustracks. Besonders interessant wird die Veröffentlichung jedoch durch die auf einer zweiten CD zu findenden Remix-Arbeiten jüngerer Elektronikmusiker, die sich von der mystischen Ausstrahlung der Originale beflügelt und beeinflusst sehen. »Popol Vuh haben mich in eine Welt voller Wunder und Erfurcht geführt« schwärmt Stereolab-Musiker Timothy Gane. Jan Werner und Andi Thoma von Mouse on Mars bezeichnen Vuhs Musik als »eine Messe für die mystische Freude an der Existenz an sich.«

 

Diese Veröffentlichung bietet eine hervorragende Gelegenheit, an dieser Messe teilzunehmen und die Musik in Original wie Re-Interpretation zu erleben. Ohne die übermächtige visuelle Präsenz eines Kinski für viele Hörer ein neues Erlebnis.

 



 

| kommentar schreiben

Name:
Kommentar:

Götter verstehen keinen Spaß

Wenn Shakespeare sich in der griechischen Mythologie bedient und den blindes Seher Tiresias zum Helden eines seiner Stücke gemacht hätte, der Inhalt hätte durchaus so aussehen ...

»Die Wahrheit ist ein scheues Kind ...«

Mit dem Roman Tannöd begann 2006 die erstaunliche Karriere der Andrea Maria Schenkel. Der Nachfolger, Kalteis (2007), bewegte sich noch ganz im Dunstkreis des erfolgreichen ...

Verstaubt ohne Ende

Bullenklatschen ist ein irreführender Titel, aber er provoziert – das ließe sich genauso über den Film sagen. Provozierend das Personal: eine Anarcho-Fete. Jedenfalls ...

No sleep till Pixel

Auf einem gewissen Panel der diesjährigen re:publica lief RUDOLF INDERST dem Berliner Dennis Liebzeit ...

Gegen die Dominanz des Beliebten

Nach Amazon (1997) und Google (2004) geht nun mit Facebook das dritte Internet-Schwergewicht an die Börse. Häufig liegen die drei Unternehmen mit der Entwicklung neuer Techniken ...

»Scheißwald, Scheißnatur, ey!«

Leicht grenzwertig diesmal, möchte man meinen. Setzt das gewöhnliche Schema von Mord, Aufklärung, Festnahme etwa Schimmel an? Lena Odenthal (Ulrike Folkerts) geht dem Hinweis auf ...