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Donnerstag, 24. Mai 2012 | 00:46

The Toxic Avenger: Angst

30.06.2011

Absolut giftig!!!

Wie eine ätzende Substanz kriecht Angst von The Toxic Avenger in Ohr und Hirn, und beschert LIA DOLFUS nicht nur eine Gänsehaut.

 

Seit dem 24.06.2011 verbreitet The Toxic Avenger nicht nur mit dem Titel seiner ersten Full- Length- LP Angst eben diese.

 

The Toxic Avenger ist Simon Delacroix, ein absolut exzentrischer Typ, der mit zwölf Jahren bereits Teil einer Hardcore- Band in seiner Heimatstadt Paris war. Mit 22 machte er durch avantgardistische Sounds auf sich aufmerksam und heute ist er als Produzent, bahnbrechender Remixer, z.B. für Ladytron, Peaches, FF5 Chromeo und Beni Benassi feat. Kelis und natürlich als The Toxic Avenger unterwegs, um seinen musikalischen Wahnsinn zu verbreiten.

Schon der Rolling Stone empfahl seinen Lesern vor Jahren Simon Delacroix in Auge und Ohr zu behalten, mittlerweile ziert sein Antlitz das aktuelle Trax-Cover – das größte französische Magazin für elektronische Musik.

 

Diese wird hier auch in allerfeinster Manier geboten, überwiegend mit englischem Gesang, lediglich zwei Songs sind in Delacroix`Muttersprache. Pleurer les Garcons brilliert durch den widerspenstigen Gastgesang und Einfluss, den Simone elle est bonne und Flairs ausüben. Überhaupt sind einige Gäste (SomethingALaMode, Bonjour Afrique, Annie, Lexicon, Robert Bruce, Heidi Cannon, Messinian, Orelsan) am Start, die so gekonnt Abwechslung ins Spiel (»ich möchte ein Spiel spielen «) bringen, dass es nie langweilig wird.

Total schräge, düstere Sounds, der oft eingesetzte Laid Back-Rhythmus und teilweise an den Exorzisten erinnernder rückwärts- klingender Gesang steigern das absolut Unheimliche, Nervenaufreibende, das The Toxic Avenger grandios einsetzt, um dem Titel das dazugehörige Gefühl folgen zu lassen.

Tanzbar ist das Album Angst auf jeden Fall, wenn auch dabei der ein oder andere prüfende Blick über die Schulter gewagt werden sollte – nur um sicher zu gehen!

 

Überraschenderweise ist die Struktur des sonst so unorthodoxen Albums sehr konservativ.

Das Intro erzeugt nach anfänglichem Einlullen schnell eine angespannte Atmosphäre, ein erstes Unbehagen setzt ein. Dann folgt der erste von vier Tracks mit Namen Angst, die aber schön nummeriert sind, falls nicht klar ist, welcher gerade läuft. Obwohl die Angst- Tracks sich durch Sound und Aufbau ähneln, sind sie doch grundverschieden. Werden bei one und two noch Gänsehaut und Geisterbahnfeeling provoziert, so sind three und four schon wieder etwas beruhigender. Zum guten Schluß ist natürlich auch ein Outro da, das den Hörer wieder versöhnt, ihn beruhigt, in Sicherheit wiegt. Es ist überstanden, Augen wieder auf!

Übrigens ist The Toxic Avenger der Name eines aus dem Jahre 1985 stammenden Superhelden eines Low- Budget-Horrorfilms – da schließt sich nun der Kreis.

 

Meine Empfehlung: zart besaitete Persönchen sollten dieses Album nicht alleine hören. Schon gar nicht nachts im Auto.

 

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