Neun Minuten Glück!
Nun hat der treue Deutschpunkfan, der seit Auflösung der Band im Jahr 1998 (Wikipedia meint dies zu wissen), mehr als ein Jahrzent darauf gewartet, um nach einer Kompilation (2001) und einer Neuauflage von Ameisenstaat (2008), endlich ein neues Werk der Band in die Hände zu bekommen, und darf sich freuen, denn: sie hält, zumindest auditiv, was sie verspricht.
Die Platte macht glücklich. Ob Student der sozialen Arbeit mit bewegter Punkrockjugend oder Vater von Kindern mit Irokese. Wer Knochenfabrik jemals gehört hat, darf sich auf dieser Platte auf altbekannte und geliebte Töne freuen. Schnelle Schlagzeugrhythmen, halb schiefe Gitarrensoli und einen schreienden Claus Lüer, der am Anfang der CD mehr Puste hat, als am Ende.
Am Ende haben die drei Kölner eben doch recht, wenn sie behaupten, noch mal in die Deutschpunk-Sackgasse reinzufahren. Und wozu umdrehen, wenn man im Wendehammer feiern kann? Knochenfabrik packen noch mal sämtliche Klischees aus und knüppeln mit dem Deutschpunkhammer wild durch die Landschaft. Dabei versprechen Titel wie Besoffen auf dem Trödelmarkt, Eurovision Saufcontest oder Es fährt kein Zug nach Nirgendwo nicht zu viel und erfüllen alle Kriterien einer guten Deutschpunkplatte mit 10 Sternen, oder wie man laut Knochenfabrik wohl eher sagen sollte: Knochenfabrik – 12 Points.