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Donnerstag, 24. Mai 2012 | 00:52

Toms Schnellgericht

30.06.2011

Sommerparty

Einige Highlights aktueller Techno-/House Veröffentlichungen für die gelungene Sommerparty, vorgestellt von TOM ASAM.

 

Die bewährte und für House-Fans unabkömmliche Compilation-Serie Strictly Rhythm widmet sich in der neuesten Runde dem Produzenten/Remixer/DJ Dirty South, der damit u.a. in die Fußstapfen von Tiefschwarz oder Bob Sinclair tritt. Der zwischen Belgrad und Melbourne aufgewachsene, Grammy-nominierte Schmutzfink nimmt sich auf CD 1 des prallen Doppelpacks herausragenden Momenten des Strictly Rhythm Katalogs ( Ame, Ultra Nate, Kings of  Tomorrow, Bob Sinclair) vor, um auf dem zweiten Silberling eine Schippe draufzulegen und eigene Produktionen (Open your heart, Shild) und Remixes mit einzubauen.

 

Für alle, die es mit Geschichte nicht zu ernst nehmen, ist die neueste Watergate-Affäre eine Liebesgeschichte zwischen Berlin und Detroit. Der achte Teil der Mix-CD-Serie des Berliner Szeneclubs Watergate  kommt von Lee Curtiss, jüngerem Vertreter der Techno Visionäre aus der Motor City. Curtiss, der zusammen  mit Ryan Crosson, Seth Troxler und Sean Reeves das Allstarteam Visionquest bildet und beim gleichnamigen Label mitmischt, hat auf seinem Mix Höhepunkte und bisher unveröffentlichtes Material aus seinem Umfeld zusammengestellt. Footprinz, dOP sowie Maceo Plex sind je zweimal am Start, weitere Knaller wie Whomadewho ergänzen die heiße Affäre.

 

Wir bleiben in Berlin. Tobias Freund stellt bei OstgutTon sein Debut vor, ist aber beileibe kein Rookie, sondern schon seit 1980 in verschiedensten Konstellationen mit Musik beschäftigt. Die Ursprünge seiner auf Leaning over backwards (eine Wire-Textzeile)vertretenen Tracks liegen in Jams mit Beats und Effektgeräten und entziehen sich den Techno-Regelbuch-Einheits-Konventionen ohne aber in zu komplexe Soundbasteleien abzudriften. Zwischen straighterem Clubsounds (para town, we stick tot he plan) und Ambient-/Drone-Soundcapes (zero tolerance / hypocrites) pendelt sich das Ganze geschmeidig ein. Nach hinten lehnen (und in die Sterne glotzen) empfiehlt sich vor allem bei The Key, bei dem der allseits beliebte Herr Kokusnuss mit dem Atomherzen (auch bekannt als Uwe Schmidt) mitmischte!

 

Auch Deepchord aus Detroit waren an der wechselseitigen Beeinflussung der Stadt-Sounds von Detroit und Berlin beteiligt. Rod Modell, die eine Hälfte von Deepchord beschäftigte sich viel mit elektro-akustischem Rauschen und Field Recordings, bevor in den 90ern die große Techno-Abfahrt losging. Die langjährigen Einflüsse und Erfahrungen kulminieren auf den akustischen Plätzchen Hash-Bar-Loops, räumlich zwischen Berliner Kühle und Detroiter Schwüle. Zwischenstopp Amsterdam, straight genug, um aus dem Drogennebel wieder langsam rauszukommen, stickig-warm und neblig genug, um auch nüchtern etwas dizzy in der Birne zu werden. Guter Party-Ausklang für alle!

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