Mit Ghostwriter’s Joke veröffentlicht das Sextett mit dem etwas irreführenden Namen (nicht nur das Noise im Namen täuscht – die Band hatte nicht immer sechs Mitglieder) bereits ihr viertes Album. Es ist das erste auf dem deutschen Label Denovali, welches der Band neben dem regulären Release der LP auf schniekem Vinyl und solider CD gleich noch eine komplette Retrospektive widmet: Die Wooden Box CD Series fasst sowohl die drei Vorgängeralben als auch den Neuling der Polen zusammen in einem Box-Set, das sowohl Audiophile wie auch eingeschworene Haptiker auf ihre Kosten kommen lassen dürfte. Und natürlich: Jazz-Fans. Und Freunde experimenteller Musik im Allgemeinen. Das beweist allein schon Ghostwriter’s Joke mit seiner etwas knapp bemessenen Tracklist von sieben Songs. Zwar bewegen sich CNS immer noch weitgehend im Traditionsraum des Jazz, beweisen aber eine einzigartige Eleganz bei der Kombination verschiedener Traditionsstränge. Da tritt zu treibenden Blues-Strukturen eine Jazz Fusion-Gitarre hinzu, die ziemlich sicher an John MacLaughlins Arbeit geschult ist, die Kirchentonleitern hoch- und runterhetzt und dann die Blechbläsersektionen bei ihrem Big Band-Sound unterlegt. Old Typewriter hätte selbst auf der Kind Of Blue bestehen können und hätte dem Meisterwerk von Miles Davis trotzdem noch neue Impulse geliefert.