In Europa fanden die Nordengländer nie so wirklich Beachtung, im Gegensatz zu ihrer Heimat oder den USA. Mittlerweile haben sich die Mitglieder auf zwei Kontinente verteilt und leben an der West- und Ostküste Amerikas sowie im ehemals mondänen Brighton. Umso erstaunlicher, dass der Sound der neuen Platten mehr nach vielen gemeinsamen Stunden im Proberaum klingt als die eher spontanen und Jamsession mäßigen Bluesrocker der Vergangenheit. Ihre sehr variantenreiche Version des Britischen Indierocks wird auf Whatever’s On Your Mind um eine große Portion Pop erweitert. Der Opener Options startet mit einem hart angeschlagenen Akustikriff und löst sich auf in einem großartigen mehrstimmigen Refrain. Gute Laune und runter gedrehte Autofenster inklusive.
Das Gesangstrio Ben Ottewell, Ian Ball und Tom Gray nutzt die Möglichkeiten, die drei Sänger bieten voll aus. Bei I Will Take You There liefern sich die Stimmen einen Dialog mit einem funky Orchester. Der nächste Song geht eher in die Fläche und das folgende Just As Lost As You ist eine Collegerock-Perle zu der Nada Surf auch nicht Nein sagen würden. The Place And The People ist so leicht und locker wie Sonnenbaden im August und mit Our Goodbye haben die Fünf ihren Joshua Kadison-Moment. Das ist großer Lullirock und für die Länge eines Songs geht das absolut in Ordnung. Aber am See gibt es ja mehr Mädels als nur die eine Jessie. Song In My Heart nimmt das Riff vom Anfang mit und bringt es mit einem kräftigen Beat auf die Tanzfläche. Für die Jungs wird es hinten raus dann auch noch ein wenig experimenteller und schräger. Man(n) will ja nicht immer nur flirten, sondern auch in Ruhe Musikchecker sein. Großartig!