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Donnerstag, 24. Mai 2012 | 00:56

Com Truise: Galactic Melt

11.07.2011

Kristalline Lebensformen

Um Galaxien zum Schmelzen zu bringen, braucht es wahre Superhelden. Oder zumindest den fähigsten Wissenschaftler des Sonnensystems. Grag, Otho, Captain Future – übernehmen Sie. Com Truise schmeißt derweil den DX 7 an und rollt einen diese retrofuturistische Prominenz würdigen Soundteppich aus. Am Rand des Teppichs steht DAVID EISERT.

 

Sehr nostalgisch geht es auf dem Erstlingswerk des New Yorker Elektrofreaks Seth Haley zu. Das ganze Album ist eine Reminiszenz an die Zeit, in der die Zukunft noch fantastisch erschien, Lösungen vermeintlich einfach waren und ein Computer mehr ein Rechner als eine Blödmannsgehilfenkrücke war. Wem bei den Begriffen Frequenzmodulation, polyphoner After Touch, Reboundverhalten und Latenz ganz wohlig ums Gemüt wird, der sollte seinen C64 mal kurz zur Seite stellen. Alte Datasette-Bänder anhören ist schon recht cool – aber Com Truise bringt dir mit Galactic Melt ein Stück heile 80er Jahre Welt in die Wohnstube. Haley benutzt ausschließlich Synthesizer sowie E-Drums und lässt seinen Stücken Zeit, sich zu entwickeln. Das Jahr 2000 schien 1980 ja auch noch ewig weit weg, wozu also die Eile.

 

Ausschließlich instrumental fließen die Töne zusammen und perlen angenehm positiv aus den Boxen. Über dieser Galaxie liegen keine Schatten, keine apokalyptischen Tendenzen stören die digitale Utopie. Hinter dieser Leichtigkeit stecken wahrscheinlich jede Menge Programmierarbeit, Tüftelei und Knöpfchengedrehe. Aber wir Computerfreaks haben eh einen anderen Bezug zu Zeit und Raum - und früher war sowieso mehr Zukunft.

 

 

 



 

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