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Donnerstag, 24. Mai 2012 | 03:13

Fennesz: Seven Stars

01.09.2011

Ohrenschmeichelei

Wenn es so etwas wie eine Schnittstelle von renitenten Räucherstäbchenfanatikern und militanter Muckerpolizei geben sollte, dann sicherlich die Musik von Christian Fennesz. Die hochkomplexen Kompositionen des Österreichers überbieten in Sachen Ohrenschmeichelei jede Walgesang-Compilation und sind trotzdem immer eins: Große Kunst von einem der interessantesten Klangkünstlern der Gegenwart. KRISTOFFER CORNILS über seine neue EP Seven Stars.

 

Die letzte Soloauskopplung des Multiinstrumentalisten ist bekanntlich schon etwas her und ein 10“-Vinyl mit lediglich vier Songs mag zwar etwas mau aussehen, aber das richtige Feeling stellt sich von der ersten Sekunde ein. Die Musik Fennesz‘ ist ein sonisches Schaumbad, angereichert mit sowohl akustischen und wie auch elektronischen Sounds. Vom ersten Konzertgitarrenton des Openers Liminal bis zum Titeltrack, der das erste – und laut Künstler wohl nicht das letzte – Stück mit Schlagzeugunterstützung seiner Karriere darstellt, zeigt sich Fennesz sehr erdig und sphärisch zugleich. Die verschwommenen, verwaschenen Akkorde werden von reduzierter Melodieführung zusammengehalten, verlaufen mal in noiseigen Ambientscapes und zeigen dann wieder einiges an konventionellen Strukturen.

 

Christian Fennesz mag mit Seven Stars kein vollwertiges Album abgeliefert haben – der Song July wurde bereits veröffentlicht (sinnigerweise unter dem Titel June) – aber die EP ist vielleicht eine gute Einstimmung auf die nächste Kooperation mit SAKAMOTO Ryuichi, wenn nicht sogar auf ein Soloalbum des österreichischen Gitarren-Avantgardisten. Die Muckerpolizei kann sich also entspannt zurücklehnen und ein paar Räucherstäbchen anzünden: Erwartungen hat Fennesz keine enttäuscht, er bleibt weiterhin einer der umgänglichsten progressiven Musiker, der den richtigen Soundtrack zur Chilloutsession liefert, ohne dabei an musikalischer Substanz zu verlieren.

 

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