Die haben doch was genommen: Das französische Weirdo-Trio mit dem bekloppten Namen Vitas Guerulaïtis strömen jedenfalls schon nach dem ersten wirren Soundsnippet und den merkwürdigen Synthierhythmen eine Menge Klebstoffschnüfflerattitüde und Halluzinogenmissbrauch aus. Wenn man sich jedoch in dem Stakkatogewitter zurechtgefunden hat, lässt sich so langsam ein loses Prinzip aus den einzelnen Songfragmenten zusammenbasteln.
Was zunächst klingt wie die verschollene Demo einer japanischen Noise-Rock-Combo, die sich einer The Mars Volta-B-Seiten-Compilation auf möglichst freie Art genähert haben, hat doch mehr Substanz, als das erste Hören vermuten lässt. Das hektische Drumming schafft einigen Zusammenhalt und auch wenn die gerade noch in ihrer Entwicklung begriffenen Songs häufig umknicken: Irgendwann hat das Stakkatokreischen Methode, irgendwann machen die kantigen, abgehackten Gitarren durchaus Sinn. Schön auch, wenn in den kurzen, zumeist nur von Keyboard und Gesang bestrittenen Interludes etwas Melodie in das kakophonische Chaos gelassen wird. Vitas Guerulaïtis können einiges und verstecken sich noch zu sehr unter der Geste des dadaistischen Avantgardismus.
Etwas mehr Zeit, und die Band könnte zusammenwachsen, sich mehr Struktur und Eingängigkeit erarbeiten, ohne dabei wirklich an Charakter oder Integrität zu verlieren – das zeigt allein der grandiose Song Mechante Armee, der tatsächlich eine schöne Chorpassage in das Konzept der Band einbetten kann. So bleibt ihr selbstbetiteltes Album noch eine etwas verwirrende Arbeitsprobe, die Hoffnung auf mehr macht.