Ignacio Fernandez, Flamenco-Gitarrist aus Jerez, nennt sein zweites Album Conjuro. Zu Deutsch: Beschwörungsformel. Formelhaft geht er dabei zum Glück nicht zu Werke: Sein Spiel auf der akustischen Gitarre verbindet die Mystik des traditionellen Flamencos mit einem sehr individuellen Stil. Seine Stücke sind so beschwörend wie betörend. Fernandez, der bereits vor knapp 20 Jahren einen nationalen Gitarren-Wettbewerb in seiner Heimat gewann, lebt heute auf Teneriffa. Er hat physisch wie spielerisch genug Abstand zu Klischees und Standards der Flamencowelt, was verhindern sollte, sein Spiel ausschließlich als World Music oder ethnische Musik wahrzunehmen. Trotz aller technischer Brillianz strahlen die zehn Stücke auf Conjuro genug Wärme aus, um den geneigten Hörer in seinen Bann zu ziehen. Das Akustikalbum ist beileibe keine selbstverliebte Soloshow, Fernandez schart hier einige Musiker um sich. Tablas, Klarinette, Violine und Percussion sorgen für wohlausgewogene Ergänzung zu den artistischen Saitenschmeicheleien.