von Michael Ebmeyer David Small: Stiche. Erinnerungen "Bacon Talks": Frankfurts Schauspielintendant Oliver Reese schreibt ein Stück und inszeniert Eli Pariser: Filter Bubble Der FUTTERblog - streng verdaulich! Kennzeichen T - 28.04.2012
Donnerstag, 24. Mai 2012 | 03:28

Spank Rock: Everything is boring and everyone is a fucking liar

29.09.2011

Party Rap mit Hitcharakter

Even Spank Rock is a fucking liar, ´cause this shit ain´t boring at all – meint TOM ASAM.

 

Kool Disco MC Spank Rock, kurz Spank Rock aka Naeem Juwan haute vor einem halben Jahrzehnt mit Yoyoyoyoyo eine Electro/Rap-Fusion raus, die weit über die Hip Hop Szene hinaus für nach oben gereckte Daumen sorgte. So bezeichnete etwa Thom Yorke den Sound als »etwas völlig Neues«. Nun also Everything is boring and everyone is a fucking liar, der von vielen langersehnte Nachfolger. Von der ersten Sekunde an ist klar, dass hier produktionstechnisch ein Feuerwerk abgebrannt wird – und das man keine Basecap oder eine große Rap-Sammlung sein eigen nennen muss, um hier infiziert zu werden. Everythings Schlagkraft ist zu guten Teilen dem Berliner Soundtüftler Boyz Noize (Alex Rhida) und seiner Produktionsarbeit zuzuschreiben.

 

Hier werden Einflüsse und Sounds als dem breiten Pop/Rock-Kosmos in einer Weise verwurstet, dass es eine wahre Freude ist. Highlight ist allerdings ein Track, den der nicht mehr zu stoppende Mark Ronson produziert hat. Er trägt den programmatischen Titel # 1 Hit. Große Klappe? Vielleicht ist es das, was hier noch Rap ist. Ansonsten: Perfekter Pop zum Sofortverzehr und Feiern. Der #1 Hit lässt einen an M.I.A. erinnernden Song unvermittelt zu einem Discoschlager umschwenken – und wieder zurück. Aber auch Titel wie Energy oder Cool shit verraten, was hier drin steckt. Ach ja, und wenn M.I.A. hier nur in unserem Kopf anklingt, ist wenigstens Santigold tatsächlich auf Car Song, einem weiteren Highlight, zu hören. Vielleicht ist das nicht für alle Rap, auf alle Fälle aber ist Everything ein äußerst kurzweiliges, stellenweise gewagtes Stück Pop, dass mächtig Laune macht. Vielleicht hat sowas nicht die allerlängste Halbwertzeit, heute aber ist es der heißeste Shit.

 



 

| kommentar schreiben

Name:
Kommentar:

Götter verstehen keinen Spaß

Wenn Shakespeare sich in der griechischen Mythologie bedient und den blindes Seher Tiresias zum Helden eines seiner Stücke gemacht hätte, der Inhalt hätte durchaus so aussehen ...

»Die Wahrheit ist ein scheues Kind ...«

Mit dem Roman Tannöd begann 2006 die erstaunliche Karriere der Andrea Maria Schenkel. Der Nachfolger, Kalteis (2007), bewegte sich noch ganz im Dunstkreis des erfolgreichen ...

Verstaubt ohne Ende

Bullenklatschen ist ein irreführender Titel, aber er provoziert – das ließe sich genauso über den Film sagen. Provozierend das Personal: eine Anarcho-Fete. Jedenfalls ...

No sleep till Pixel

Auf einem gewissen Panel der diesjährigen re:publica lief RUDOLF INDERST dem Berliner Dennis Liebzeit ...

Gegen die Dominanz des Beliebten

Nach Amazon (1997) und Google (2004) geht nun mit Facebook das dritte Internet-Schwergewicht an die Börse. Häufig liegen die drei Unternehmen mit der Entwicklung neuer Techniken ...

»Scheißwald, Scheißnatur, ey!«

Leicht grenzwertig diesmal, möchte man meinen. Setzt das gewöhnliche Schema von Mord, Aufklärung, Festnahme etwa Schimmel an? Lena Odenthal (Ulrike Folkerts) geht dem Hinweis auf ...