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Donnerstag, 24. Mai 2012 | 03:30

Nils Petter Molvaer: Baboon Moon

06.10.2011

»Freier, schwarzer Progrock«

Molvaer, Vorreiter der Kombination von elektronisch generierter Popmusik und Jazz, hat nun alle Genre-Klassifizierungen hinter sich gelassen. Um gleich ein neues zu kreieren: Freien, schwarzen Progrock. Von TOM ASAM.

 

Vor allem sein Album Khmer aus dem Jahre 1997 machte den norwegischen Trompeter Nils Peter Molvaer weithin bekannt als Erneuerer im Jazz-Kosmos. Seine Mischung aus Reflexionen über die nordische Natur in Kombination mit einem an Miles Davis geschulten Spiel und der Integration elektronischer Elemente sorgte für Begeisterung und Nachahmer. In der Folge umgab sich Molvaer gerne mit experimentierfreudigen Musikern wie Bill Laswell und arbeitete mit DJs zusammen. Sein letztes Album Hamada arbeitete auffällig mit dem Kontrast zwischen harmonischen und brachialen Passagen. Nun stellt uns der Norweger eine neue Band vor. Der Gitarist Stian Westerhus spielt nicht nur bei Jaga Jazzist, sondern ist auch eine Hälfte des Industrial-Impro-Projekts Monolith an der Seite des Motorpsycho-Drummers Kenneth Kapstad. Westerhus sieht in der Gitarre weitaus mehr als ein Stück Holz mit sechs Saiten. Er manipuliert sein Arbeitsgerät gerne mit allen nur erdenklichen Materialien und Effekten – und schreit auch schon mal in seine Saiten um Sounds zu kreieren. 

 

Ergänzt wird die Combo durch den (ehemaligen) Drummer der norwegischen Alternative-Rocker Madriguda, Erland Dahlen. Madriguda sind den meisten wohl vor allem durch den großartigen Sänger Sivert Hoyem bekannt. Molvaer bezeichnet seine neue Triobesetzung als beste Band, die er bis jetzt hatte. Das darf man keinesfalls als Herabwürdigung früherer Besetzungen sehen, sondern als Ausdruck der Zufriedenheit mit dem so sphärischen wie druckvollen Sound, der eigentlich keine nähere Bezeichnung nötig hätte. Alle eher negativen Konotationen, die der Begriff »Prog« hervorzurufen imstande ist, kann man jedenfalls getrost beiseite lassen. Aber auch die Kategorisierung »Jazz« hat sicher schon so manchen Hörer davon abgehalten, interessante neue Klanggemälde zu entdecken. Das sollte jeder bei Baboon Moon tun, der daran interessiert ist, ein eigenständiges Powertrio in der Besetzung Gitarre, Drums, Trompete zu erleben. Die Klangmagier setzen auch Synthesizer, »Fakezither« und Harmonium ein, die für Molvaers Solospiel charakteristischen Loops hingegen spielen kaum eine Rolle. Affenstark!

 

 

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