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Donnerstag, 24. Mai 2012 | 03:32

Feist: Metals

06.10.2011

Chaotisch und bewegt

Vier Jahre, nachdem enorm erfolgreichen Album The Reminder, ist everybody′s Lieblingskanadierin mit neuen Songs zurück. Das Warten hat sich gelohnt. Meint TOM ASAM.

 

Die mittlerweile 35-jährige Leslie Feist gönnte sich jahrelang keine Pause. Von frühen Punk-Exkursen über diverse Projekte und Sessions (Chilly Gonzales, Mocky und Broken Social Scene waren Kreativpartner) kam sie mit ihren letzten beiden Alben Let it die (2004) und The Reminder (2007) im Folk-Pop Himmel an. Gleichermaßen geliebt von der Kritik wie von den Fans. So mancher Künstler hätte es sich da leicht gemacht, und ein Jahr später einen Reminder II nachgeschoben. Feist hingegen hat wohl das einzig Richtige gemacht. Mal einen Gang runtergeschaltet, Erwartungsdruck gar nicht erst aufkommen lassen und die inneren Batterien aufgefüllt. Im vergangenen Januar zog sie sich dann mit Chilly Gonzales und Mocky zurück in die inspirierende Küstenregion um Big Sur in Kalifornien, um Metals auf den Punkt zu bringen. Big Sur hat ja bekanntermaßen schon viele Künstler, etwa Steinbeck oder Henry Miller, zu Höchstleistungen inspiriert.

 

Als »viel chaotischer, viel bewegter und mit mehr Krach verbunden«, bezeichnet Feist das Ergebnis. Teilweise spürt man die aufziehenden Nebel und die Gewitter der Küstenregion. Die spontan wirkenden und teils etwas widerborstiger als erwartet ausgefallenen Songs mögen die Inkorporation durch die weltumspannende Latte-Machiato-Fraktion vermeiden. Zwar gibt es catchy Popnummern wie The circle married the line und orchestrale Anwandlungen von Gonzales, wie etwas in A commotion. Kitschig droht das Liedgut allerdings nie zu werden. Statt auf süßlichen Klassikpop bezieht sich besagtes A commotion eher auf die Tradition der minimal music; die fast schon geschrienen Worte A commotion (man hört eher »locomotion«) rütteln den Hörer wach. Textlich basiert das Album im Gegensatz zum Vorgänger eher auf allgemeinen Beobachtungen, Weisheiten oder Sprichwörtern. Feist wollte nicht wieder Zeilen wie »I´ll be the one who´ll break my heart« hunderte Male auf Konzerten singen. Feist ist weitaus mehr als 1,2,3,4, die Songs auf Metals wirken direkter und spontaner denn je, auch wenn hier auch einiges im Detail zu entdecken ist. Die Stimme der Kanadierin ist betörender und beeindruckender denn je.

 

 

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