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Donnerstag, 24. Mai 2012 | 03:35

Timothée Fombelle: Vango - Zwischen Himmel und Erde

24.10.2011

Wer ist Vango?

Paris 1934. Im Alter von 19 Jahren soll Vango vor der Kathedrale Notre Dame zum Priester geweiht werden. Doch es kommt alles ganz anders. Eine Jagd durch Raum und Zeit beginnt. Und an dem Leser nagt ständig eine Frage: Wer ist Vango? Von TANJA LINDAUER

 

Vango Romano will Priester werden, doch kurz vor seiner Priesterweihe stürmt eine Gruppe Polizisten den Platz vor der Kathedrale. Sie wollen Vango verhaften. Doch dieser schafft es, zu entkommen und flüchtet auf die Dächer von Paris. Aber nicht nur die Polizei ist hinter ihm her. Ein Mann mit Brille, wächsernem Gesicht und schmalem Schnurrbart jagt ihn ebenfalls und versucht ihn zu erschießen. Erst später erfährt der Junge, was ihm vorgeworfen wird. Er soll Pater Jean ermordet haben, ausgerechnet seine einzige Vertrauensperson. Denn Vango wird schon seit Langem verfolgt. Und so beginnt eine spannende Verfolgungsjagd. Doch wer will Vango den Mord anhängen und warum? Der Flüchtling versucht, Licht in seine dunkle Vergangenheit zu bringen. Wer ist er wirklich und wer sind seine Eltern?

 

Spannend bis zum Schluss

Timothée Fombelle ist ein wahrer Meister spannender und unterhaltsamer Literatur. Schon von der ersten Seite an ist der Leser von der Geschichte gefesselt, man taucht mitten in die Handlung ein, die schnell an Fahrt aufnimmt. Von Anfang an geht es rasant zu. Zeit zum Verschnaufen bleibt da keine. Und so befindet sich der Leser auch schon auf einer Reise durch verschiedene Länder und die Geschichte, ohne dass er weiß, wie ihm wirklich geschieht. Schnell flieht man zusammen mit dem Jungen aus Paris, erlebt seine Luftschifffahrt, spaziert mit ihm über die Dächer von Paris oder rettet sich in einer waghalsigen Aktion auf einen Zug. Der Erzählstil ist ebenso rasant und temporeich wie die Handlung. Der Autor versteht sein Handwerk und webt historische Fakten gekonnt in die Handlung mit ein, dadurch wirkt die Geschichte um Vango sehr realistisch. Gut gelungen ist dabei das Einführen der verschiedenen historischen Figuren, die der Geschichte eben diesen glaubwürdigen Charakter verleihen. Etwas gewöhnungsbedürftig ist zwar zunächst die etwas sprunghafte Erzählweise, die an einen Actionfilm erinnert. So tritt plötzlich auch Josef Stalin in einem Kapitel auf, doch bis zum Schluss wartet man hier auf die Auflösung, die wohl erst im Folgeband geliefert wird. Dennoch: Die verschiedenen Erzählstränge werden kunstvoll miteinander verwoben und die Fäden scheinen sich langsam zu verdichten. Der Leser haftet nägelkauend bis zur letzten Seite an der Geschichte! Ein wirklich spannendes und gelungenes Jugendbuch!

 

Ein kleiner bitterer Beigeschmack bleibt am Ende der Lektüre doch: »Wer ist Vango?« Auf die Beantwortung dieser Frage muss man wohl noch etwas warten.

 

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