Ein anderer Blick auf die Welt
Sikis Rachefeldzug ist eine packende und zugleich ergreifende Schilderung, deren große Stärke darin liegt, dass die ganz unterschiedlichen Konzepte von Natur, Leben und Sterben, Gut und Böse in die Geschichte einfließen. Siki lernt wie jeder Indianer, im Einklang mit der Natur zu leben. Ussen, der Lebensspender, sorgt für die Indianer und gibt ihnen, was sie zum Leben brauchen. Gold beispielsweise ist Ussen heilig und er verbietet es, danach zu graben. Als sie zum ersten Mal eine Goldgräberstadt der Mexikaner sieht, wird ihr übel: „Die Erde ist unsere Mutter; sie ernährt uns mit ihrer Freigiebigkeit. Wie könnte man in ihr lebendiges Fleisch hineinhacken?“.
Sie versteht die Weißaugen nicht, die wie die Mexikaner nicht begreifen, dass die Gaben von Mutter Erde dazu gedacht sind, sie zu teilen. Das Sammeln und Horten, das verbissene Verteidigen von Eigentum übersteigt ihre Vorstellung. Seite um Seite lassen wir uns auf diese andere Sicht der Dinge ein, andere Vorstellungen von Familie, Glück und Zufriedenheit, Ehre, Gewissen und Pflicht. Allerdings gibt es auch Indianer, die anders sind. Immer wieder werden Zuschreibungen hinterfragt, gibt es Gute und Böse auf allen Seiten, Verräter in den eigenen Reihen. Aber auch hinter deren Handeln werden Motive erkennbar, die die Antwort auf das, was richtig und falsch ist, nicht einfach machen.