... und doch bin ich die Welt
Arnolds Geschichte ist eine lebensechte Groteske und ebenso ist sie erzählt. Juniors Sprache klingt wie frisch von der Leber weg, sie ist rau und ungeschönt wie die Welt, die ihn umgibt - nichts wird hier ins ins Ästhetische entrückt. Seine freche Offenheit zeigt seinen scharfen Blick für den grausamen Alltag in einem Reservat, bringt jedoch zugleich alles an den Tag, was das Leben erträglich machen kann, und wenn es nur für eine halbe Stunde ist.
Menschlichkeit und Unmenschlichkeit, letztere oft genug mörderisch, geben sich von einem Satz zum nächsten die Hand. Unterstützt werden Juniors Beobachtungen mit ebenso frechen Bildern, Cartoons oder kleinen Strips, die im Wortsinn illustrieren, wie sich das anfühlt, was der Held der Geschichte - und Arnold ist ein großer unter den Helden! - gerade durchmacht. Der zugrundeliegende Horror wird in grimmigen Humor verpackt, so geschickt, dass eine nicht selten der Tiefschlag mitten im herzlichen Auflachen trifft. Junior zielt gut, schließlich ist er ein begnadeter Basketballspieler.
Die Erkenntnis am Ende, dass es für niemanden nur eine einzige Schublade gibt, ist hier alles andere als platt, sie ist im Gegenteil lebensrettend. Nicht nur für Junior. Und seine Geschichte ist atemberaubend, herzzerreißend, niederschmetternd und springlebendig - rundum eine ganz besondere Leseerfahrung.