Überraschung, Teil 2
Wer denkt, das wäre der Beginn einer wunderbaren Freundschaft, der irrt. Am nächsten Tag ist Margo weg. Spurlos verschwunden. Nein, Spuren gibt es. Aber die sind so rätselhaft, dass Quentin nichts damit anzufangen weiß. Margos Eltern sind erleichtert: Ihre Tochter hat sie lange genug genervt und mit exaltierten Ausreißversuchen auf Trab gehalten. Endlich ist Margot volljährig und sie können die Schlösser austauschen. So einfach ist das für Quentin nicht. Er will Margo finden, denn die Spuren, die sie gelegt hat, deuten in eine schreckliche Richtung: Sie könnte sich umgebracht haben.
John Green hat ein ungleiches Paar auf die Reise geschickt: die wilde Margo und den angepassten Quentin. Da stehen beide nachts auf dem SunTrust Building, dem höchsten Gebäude der Stadt. Quentin genießt die nächtliche Aussicht, den Blick aus großer Höhe auf Vertrautes und Liebgewonnenes: „Es ist schön.“ Und Margo entdeckt dort unten eine künstliche Plastikstadt mit „Plastikfiguren, die in den Plastikhäusern wohnen und ihre Zukunft verbrennen, damit ihnen warm bleibt.“ Gibt es eine Zukunft, für die es sich zu leben lohnt? Oder gibt es sie nicht? Der idealistische Ich-Erzähler ist davon überzeugt. Mit dieser Überzeugung macht er sich auf die Suche, unterstützt von seinen beiden besten Freuden und mit einer rätselhaften Hinterlassenschaft von Margo: Walt Whitmans „Grashalme“.
Die Gratwanderung zwischen Pathos und High-School-Klamotte ist gewagt – doch sie gelingt! Der Whitman‘sche Ansatz in seinem Gedichtzyklus, der das Ganze und das Individuelle sieht und miteinander verbindet, wird für Quentin zum Schlüsselerlebnis. Aber Whitman schreibt auch „Und sterben ist anders, als je einer gedacht, und glücklicher.“ Zwischen wilden Partys und Lyrik wird Quentin zum Helden, der weiß, was er will und der zu ahnen beginnt, warum Margo nicht mehr da ist. „Fluchtwege ins Leben und Fluchtwege in den Tod. Beide Wege konnte ich mir gleich gut vorstellen.“ Am Ende macht er sich selbst auf eine Reise: kompromisslos, mutig und zuversichtlich. Zukunft? Quentin glaubt daran.