Im Kopf wie im Herzen
Durchdiskutiert wird das Thema Heldentum, immer wieder aufs Neue, immer unter einem anderen Blickwinkel. Die gleichfalls überzeugend geschilderten Nebenfiguren, von den Eltern, weiteren Jugendlichen bis hin zu Fassbinder, Toms Rottweiler mit dem Gemüt eines ängstlichen Kuschelhasen, unterstützen das Ganze vorbildlich. Die Jugendlichen sind, ganz anders als gewohnt, als Menschen gezeichnet, die viel zu geben haben und es auch geben wollen. Nur finden sie niemanden, der es haben möchte.
Sie finden ihr Maß, indem sie lernen zu nehmen und anzunehmen, eine überraschende und überzeugend dargestellte Sichtweise. Auch die Erwachsenen lernen, anzunehmen. Der jugendlichen Leserschaft wird hier schlaglichtartig ein ganz neuartiger Blick in die Welt der Erwachsenen gewährt.
Die Sprache ist verhalten, die Dialoge sind munter, ohne aufgesetzt salopp zu sein. Der Autor vermeidet sorgfältig jene Art nachgeahmte Jugendsprache, die als sogenannter ‚Slang’ inzwischen in Kinder - und Jugendbüchern als typisch für jugendliche Ausdrucksweise gilt, aber in der Mehrheit tatsächlich kein Stilmittel ist, sondern nur Sprachschluderei.
Im letzten Drittel wird die Geschichte etwas sehr dramatisch, der Schluss gerät eine Spur zu rosarot. Die überaus gekonnt eingesetzten, sparsamen Formulierungen retten den Autor jedoch vor dem Vorwurf der Harmoniesucht.
Cosmo, Tom und Nathalie sind Romanfiguren, die einem lange nach der Lektüre noch bleiben, im Kopf wie im Herzen. Ihre Geschichte auch. Was will man mehr von einem guten Buch?