Altbewährtes neu aufgepeppt
Hein und Boëtius erfinden die Sprache und den Umgang mit ihr nicht neu, variieren aber zeitgemäß und unterhaltend. Jeder musste und muss beispielsweise während seiner Schulzeit über treffende Synonyme nachdenken und sie zu Papier bringen – zu meiner Zeit zog das lange Listen mit Alternativen zu Wörtern wie „sagen“ oder „gehen“ nach sich. Genau das Gleiche schlagen die beiden Autoren auch vor, machen dann allerdings gleich die Probe aufs Exempel und probieren die Wirkung an einem Satz aus. Aus „Lena geht über den Platz“ wird:
„Lena schlendert über den Platz.
Lena schleicht über den Platz.
Lena trampelt über den Platz….…“
Farblich gestaltet: der gleichbleibende Text in Rot, das sich verändernde Verb in Schwarz, die Sätze untereinander gestellt wie ein Gedicht, spürt man die Steigerung der Genauigkeit auf ganz andere Art. Folgt man dann noch dem Vorschlag, die unterschiedlichen Arten ´zu gehen, pantomimisch nachzuahmen, ist man der Verwandtschaft von Schreiben und Schauspielen auf der Spur.
Nichts Neues. Aber das Alte wird so präsentiert, dass es Vergnügen macht, es zur Kenntnis zu nehmen, damit zu experimentieren, Im Bekannten Neues und Spannendes zu entdecken.