Rassissmus ist Rassissmus ist Rassissmus - egal wo
Den Hintergrund der Geschichte bilden Vorgänge, die sich 2008 in Masi tatsächlich ereignet haben. Damals wurden bei einem bis heute nicht ganz geklärten Ausbruch von blinder Gewalt sechzig Zuwanderer aus Simbabwe getötet und viele hundert Häuser niedergebrannt.
Romeo und Jabulile haben keine gemeinsame Sprache, sie müssen sich mit Englisch behelfen. Aber ihre Liebe braucht auch nicht viele Worte, van Dijk findet dafür um so schönere, um Leserinnen und Lesern die Gefühle der beiden Teeanger zu beschreiben.
Das Grauen, das sich gleichzeitig entwickelt, schleicht sich nur langsam in die Geschichte. Jabulile steht dem Geschehen nahezu hilflos gegenüber. Um herauszufinden, was richtig ist und falsch, Recht und Unrecht, hat sie keine anderen Wegweiser als ihr eigenes Gerechtigkeitsgefühl und ihre Liebe zu Romeo. Der Blickwinkel einer Dreizehnjährigen ist dabei bedrückend gut eingehalten. Erzählt wird geradlinig, der Ablauf der Handlung bietet keine Überraschungen, Raum für Deutungen gibt es keine. Das bringt das Ganze ansatzweise in die Nähe der klassischen Tragödie, mit ihrem unerbittlich ablaufenden Gang der Ereignisse bis zum tödlichen Ende. Zugleich wirkt es streckenweise emotional ein wenig zurückgenommen. Ob das bewusst geschah, weil das Buch für Jugendliche konzipiert ist oder deshalb, weil der Bann der tatsächlichen schrecklichen Ereignisse noch wirkt, ist schwer zu entscheiden. Ein kleiner Lebensfunke mehr hätte aus dem guten Buch durchaus ein sehr gutes machen können.
Am Ende schimmert ein klein wenig Hoffnung auf. In all der Zerstörung und Verstörung der jugendlichen Protagonisten liegt eventuell ein Weg in eine gemeinsame Zukunft.
Positiv hervorzuheben sind das zweisprachige Inhaltsverzeichnis (deutsch und Xhosa), die Karte und das ausführliche Glossar. Eine Kurz-Beschreibung des Kinderprojekts HOKISA, dessen Mitbegründer van Dijk ist, ergänzt das Buch.