Zeitschleife
Nun gut, so ganz neu ist die Idee nicht, das Murmeltier lässt grüßen. Was soll sich bei einer oberflächlichen High School-Zicke schon innerhalb von sieben Tagen ändern, zumal es immer derselbe Tag ist, der sich wiederholt? Oliver fesselt durch die Nähe zu ihrer Protagonistin, die ganz allmählich zu begreifen beginnt, warum sie in dieser scheinbar unendlichen Zeitschleife gefangen ist. Nach und nach beginnt sie, verschiedene Baustellen ihres vermeintlich so perfekt optimierten Lebens abzuarbeiten.
Da ist ihre Beziehung zu Rob, mit dem sie ihre erste Nacht verbringen möchte, sich aber zunehmend unsicher wird, ob er das wert ist. Da ist der angebetete Mathelehrer, der von Tag zu Tag mehr seinen Zauber verliert. Da ist Kent, der Freund aus Kindertagen, der nun leider nicht mehr zu den Angesagten zählt und ignoriert werden muss, obwohl Sam ihn zunehmend attraktiv findet. Juliet Sykes, das verhasste, von der Clique gemobbte Mädchen, das auf der Fete grausam erniedrigt wird, entpuppt sich als Auslöser des Unfalls und rückt zunehmend in Sams Bewusstsein. Ihre Familie erscheint plötzlich in einem neuen Licht, insbesondere die kleine Schwester. Und nicht zuletzt muss sie die Freundschaft zu den Mädchen neu überdenken, denen sie sich so perfekt angepasst hat.
Das alles geht ganz allmählich vonstatten, jeden Tag ein kleines bisschen mehr, bis Sam ganz am Ende begreift, warum sie das alles immer wieder durchleben muss. Sie bekommt die unglaubliche Chance, ihr Leben rückwärtig zu ändern, zum Positiven. Und genau darin liegt das Anrührende dieses Buches, in dem sich viele junge Mädchen wiederfinden werden, sei es als Täter oder als Opfer. Letztlich geht es darum, wie man mit seinem Umfeld umgeht, wo man austeilt, wo man unaufmerksam ist, wo man sich zu Handlungen mitreißen lässt, ohne wirklich dahinter zu stehen.