Überzeugender Mix
Bick ist ein Roman gelungen, den man in der momentanen Überfülle an fantastischer Literatur nur noch selten findet. Sie erzählt eine in sich logisch konsequente Geschichte und bedient sich dabei einiger Versatzstücke der Fantasy, um ihre Leser bei Laune zu halten. Das Zombie-Motiv findet sich inzwischen gerade in amerikanischer Fantasyliteratur zuhauf, sie greift es auf als durchaus plausible Bedrohung für ihre Helden. Die Ausgangsituation ist allerdings völlig realistisch, irgendeiner hat eben doch den roten Knopf gedrückt. Von daher ist »Ashes« mehr Dystopie als Fantasy, geht es weniger um die große Liebe zwischen Alex und Tom als um die Handlungsweisen von Menschen nach dem Zusammenbruch einer funktionierenden, hochtechnisierten Zivilisation.
Alex‘ Gedankenwelt ist durch deren Auseinandersetzung mit einem möglichen frühen Tod anders strukturiert als bei normalen Teenagern – auch hier überzeugt die Jugendpsychiaterin Bick – und verläuft in ganz anderen Bahnen angesichts der Ausnahmesituation. Sie stellt sich der Bedrohung von außen offensiver, denkt vielschichtiger, überprüft immer wieder ihre eigenen Wertvorstellungen. Und handelt dadurch immer wieder, auch für den Leser, überraschend, was die Spannung zusätzlich steigert. Da kann man Bick auch verzeihen, dass sie mit einigen blutrünstigen Szenen ein wenig über das Ziel hinaus schießt zu deren Gunsten. Manchmal braucht es schon gute Nerven.