Spannend bis zum Schluss
Timothée Fombelle ist ein wahrer Meister spannender und unterhaltsamer Literatur. Schon von der ersten Seite an ist der Leser von der Geschichte gefesselt, man taucht mitten in die Handlung ein, die schnell an Fahrt aufnimmt. Von Anfang an geht es rasant zu. Zeit zum Verschnaufen bleibt da keine. Und so befindet sich der Leser auch schon auf einer Reise durch verschiedene Länder und die Geschichte, ohne dass er weiß, wie ihm wirklich geschieht. Schnell flieht man zusammen mit dem Jungen aus Paris, erlebt seine Luftschifffahrt, spaziert mit ihm über die Dächer von Paris oder rettet sich in einer waghalsigen Aktion auf einen Zug. Der Erzählstil ist ebenso rasant und temporeich wie die Handlung. Der Autor versteht sein Handwerk und webt historische Fakten gekonnt in die Handlung mit ein, dadurch wirkt die Geschichte um Vango sehr realistisch. Gut gelungen ist dabei das Einführen der verschiedenen historischen Figuren, die der Geschichte eben diesen glaubwürdigen Charakter verleihen. Etwas gewöhnungsbedürftig ist zwar zunächst die etwas sprunghafte Erzählweise, die an einen Actionfilm erinnert. So tritt plötzlich auch Josef Stalin in einem Kapitel auf, doch bis zum Schluss wartet man hier auf die Auflösung, die wohl erst im Folgeband geliefert wird. Dennoch: Die verschiedenen Erzählstränge werden kunstvoll miteinander verwoben und die Fäden scheinen sich langsam zu verdichten. Der Leser haftet nägelkauend bis zur letzten Seite an der Geschichte! Ein wirklich spannendes und gelungenes Jugendbuch!
Ein kleiner bitterer Beigeschmack bleibt am Ende der Lektüre doch: »Wer ist Vango?« Auf die Beantwortung dieser Frage muss man wohl noch etwas warten.
