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Donnerstag, 24. Mai 2012 | 04:40

Angelika Waldis: Der unheimliche Stein

14.11.2011

Ene mene meck und du bist weg!

Angelika Waldis und Christophe Badoux (Ill.) haben – tock – ein wunderbares Comickinderbuch geschrieben. VIOLA STOCKER würde am liebsten mit Jojo tauschen und sich zumindest manchmal den titelgebenden unheimlichen Stein ausborgen. TOCK – Sofa zum Vorlesen verdoppeln – TOCKTOCK – nächtliche Störenfriede ins Nirvana schicken. Aber wie kriegt man die dann zurück?

 

Jojo hat einen schönen grünen Stein gefunden, der wie geschaffen für ihn ist. Damit macht Jojo, was Jungs halt mit solchen Steinen machen: Nüsse knacken, Ameisen zerquetschen, in der Hitze des Gefechts den Kumpel verhauen – und hier hören die Gemeinsamkeiten mit anderen Steinen auch rapide auf. Denn als Jojo die Ameise töten will, sind da plötzlich zwei! Ungläubig schlägt Jojo und zweimal zu und siehe da: die beiden Ameisen sind weg. So geht es Jojo nicht nur mit Ameisen, sondern auch mit Haselnüssen, Katzen, Teddybären, Dinos – und Heini.

 

Bedrohlicher Zauber

Jojo ist dem zauberhaften Stein nicht gewachsen. Er begreift schnell, wie man Dinge verdoppelt und wegzaubert. Aber wie holt man sie wieder zurück? Er erahnt das unheimliche Potential, möchte gerne seine Eltern teilhaben lassen und kann ihnen doch nichts sagen. Er kuschelt gerade mit der verdoppelten Katze, als Heini, ein penetranter und aufgeblasener Nachbarsjunge, zum Spielen vorbeikommt. Es kommt, wie es kommen muss: Jojo und Heini streiten sich und Jojo schlägt Heine mit dem Stein, und zwar nicht nur einmal: Da ist Heini weg.

 

Aus dem Zauberspiel ist Ernst geworden. Jojos schlechtes Gewissen plagt ihn unaufhörlich, Heinis Eltern und auch die Polizei machen sich große Sorgen. Und dann wäscht Jojos Mutter auch noch die Hose, in deren Tasche der Stein steckt! Jojo ist furchtbar verzweifelt – umso größer ist die Freude, als er den Stein bei seiner Katze wieder findet. So groß, dass er den Stein hochwirft und schließlich alle seine Probleme lösen kann. Bis auf die mit dem Müllauto…

 

Comic für Erstleser

Angelika Waldis ist eine spannende Story gelungen, die Jungen wie Mädchen gleich anspricht. Wer hat nicht schon einmal davon geträumt, Zauberkräfte zu besitzen und sich alle Wünsche damit erfüllen zu können? Und noch dazu ist es ein ganz gewöhnlicher Stein, der all die wunderbaren Dinge bewirkt hat. Waldis authentische Erzählweise erstreckt sich bis auf nervige Nachbarskinder mit entsprechendem Jargon und bringt große und kleine Leser zum Schmunzeln. Da trifft es sich gut, dass Christoph Badoux' reduzierter Strich sich ernsthaft und ohne zu viel Ironie auf die jungen Leser einlassen kann und die Illustrationen gerade so verdichtet einsetzt, dass es eben kein klassisches Bilderbuch mehr ist, die comichaften Elemente aber sparsam verwendet, um die Leseanfänger nicht zu verwirren.

 

Vielleicht lesen Jungs die Geschichte ein klein wenig lieber als Mädchen, denn schließlich ist auch Jojo ein Junge – wenn auch die Thematik eine durchaus geschlechterübergreifende ist. Vor allem durch die Aufmachung als Comic wirkt die Geschichte sehr cool. Ein wunderbares Buch für Leseeinsteiger und alle, die noch ein paar Bilder um die Geschichte herum brauchen.

 

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