Zwänge des Alltags
Bierbichler, vor allem als ausdrucksstarker Theaterdarsteller und Filmschauspieler (u.a. Winterreise, Winterschläfer) bekannt, findet auch in seinem Debütroman seine ganz eigene Ausdrucksweise. Zwischen Naturbeschreibungen und surrealen Momenten spürt man die Ängste der Menschen, die komplexe Psychologie des Zusammenlebens, die Zwänge des Alltags. Dabei verleiht er den Großkopferten und Bürgerlichen ebenso glaubwürdig eine Stimme, wie den Knechten und Flüchtlingen, den am Rande der Gesellschaft stehenden.
Bierbichler, der sich öffentlich darüber wundert, wie viel Geld man beim Film für ein paar auswendig gelernte Sätze bekommt, beweist auch als Schriftsteller, dass man neben Talent vor allem zwei Dinge braucht, um den normalen Wahnsinn des Alltags glaubhaft darzustellen. Man muss über eine gute Beobachtungsgabe verfügen und darf auch in Zeiten des Erfolges nicht beginnen, sich der Welt zu entziehen. Man muss dazu vielleicht nicht zwingend sein eigenes Holz hacken und statt zu Duschen in den See zu springen. Bierbichler tut dies – nicht um irgendetwas zu beweisen, sondern weil er Lust darauf hat. Deshalb hat er auch diesen Roman geschrieben. Und gerade deshalb bewiesen: Er kann auch das. Lesenswert!