Freiräume für die Fantasie
Damals begleitete ein Phantasieworkshop die Ausstellung und zu den unterschiedlichen Buchcovern und Titeln, die zum Erzählen, Schreiben und Dichten anregen entwickelten Schülerinnen und Schüler unter fachkundiger Anleitung ideenreiche Geschichten. Nun sind wir auf uns selbst gestellt bei einem Rundgang durch die Bibliothek im Buch. Was könnte sich auf den Seiten dieser gar nicht wirklich existierenden Bücher verbergen? Manche Geschichten drängen sich gerade von selbst auf, wie beispielsweise „Sehr schnelle Fahrzeuge“ von João Vaz de Carvalho, in dem „zwanzig Illustrationen von wichtigen Fahrzeugen oder von Fahrzeugen in kuriosen Situationen“ zu finden sind.
Sein Umschlagbild stellt einen Mann mit Hut dar, der auf einer Art Bürostuhl sitzt, ein Lenkrad in der Hand. Das merkwürdige Vehikel wird von einem Hund gezogen, der sich einigermaßen irritiert zu seinem Herrchen umschaut. Jedem wird ein originelles, ungewöhnliches Fortbewegungsmittel einfallen. Manche Geschichten gibt es auch schon, wie beispielsweise die des Rattenfängers von Hameln, zu der Rui Martins ein geheimnisvolles Umschlagsbild entwarf. Es gibt ein Bilderbuchcover mit gehäkelten Wölkchen, das von den unterschiedlichen Wolkenfiguren erzählen will, die wir am Himmel zu entdecken bereit sind.
Rotraud Susanne Berner präsentiert im „Eden Verlag“ ein Tagebuch, direkt aus dem Paradies und von keiner Geringeren verfasst als von Eva. Und natürlich ist es „Mit Apfelrezepten“. Es gibt Hundegeschichten, Geschichten von Farben, Ausflüge ins Weltall und in die Vergangenheit. Fotografien reihen sich an Abstraktes, Angedeutetes an Explizites, Einfaches an Komplizierteres. Eigentlich gibt es nichts, was es nicht gibt. Auch ohne Workshops lassen sich Wege durch diese Bibliothek finden, vorausgesetzt man aktiviert die eigene Fantasie und Kreativität. Dann allerdings ist das ein Bilderbuch jenseits aller Grenzen, persönlicher und zugleich umfassender als jedes andere auf der Welt.