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Douglas Adams: Das Restaurant am Ende des Universums
07.06.2010
Keine Panik
Vom Hörspiel zum Roman zum Hörbuch … der Kreis schließt sich: Das Restaurant am Ende des Universums liegt jetzt auch auf Deutsch als Audiobook vor. Gelesen wird Douglas Adams von Christian Ulmen. MATTHIAS ROSS fragt sich, ob das eine gute Wahl gewesen ist ...
Weit draußen in den unerforschten Einöden eines total aus der Mode gekommenen Ausläufers des westlichen Spiralarms der Galaxis hatte vor etwa dreißig Jahren ein Mann namens Douglas Adams die Idee für ein Hörspiel. Es sollte sich darum drehen, dass jemand per Anhalter durch die Galaxis reist, nachdem sein Heimatplanet, die Erde, zerstört wurde, um einer Hyperraum-Umgehungsstraße Platz zu machen. The Hitchhiker's Guide to the Galaxy wurde ein großer Erfolg, und wie es in solchen Fällen nun einmal ist, folgte kurz darauf eine Fortsetzung, wieder in Hörspielform: The Hitchhiker's Guide to the the Galaxy – Secondary Phase. Aus diesem entstand später der Roman Das Restaurant am Ende des Universums.
Per Anhalter durch die Galaxis
Es ist heute durch den Hype, den die Romanreihe, inklusive der dazugehörigen Verfilmungen, erfahren hat, etwas in Vergessenheit geraten, dass Per Anhalter durch die Galaxis einmal als Hörspiel angefangen hat. Der Hörverlag erinnert nun mit seiner von Christian Ulmen gesprochenen Reihe daran. Nachdem der Schauspieler und Entertainer 2009 bereits den ersten Roman eingesprochen hatte, ist jetzt auch der Tragödie zweiter Teil, Das Restaurant am Ende des Universums, veröffentlicht worden.
Auf der Suche nach dem Herrscher des Universums eilen Arthur Dent und seine außerirdischen Freunde von einem Ende der Galaxis zum anderen, Zeitreisen inklusive. Mal landet man auf der prähistorischen Erde, dann sogar ganz am chronologischen Ende des Universums. Nachdem Dent im ersten Teil schon die Zerstörung der Erde erleben musste, wird er nun auch Zeuge des Untergangs des Universums, was in der Vision von Douglas Adams gleichzeitig die größte Touristenattraktion aller Zeiten ist. Wieder zurück in der Gegenwart stürzt man dann noch mit einem Raumschiff in die Sonne. Aber wie steht es schon in großen, freundlichen Buchstaben auf dem Umschlag des Hitchhiker's Guide? Keine Panik. Das ist auch das Motto, das man beherzigen sollte, wenn man sich den Sprecher dieses Hörbuchs einmal genauer ansieht – und ihm natürlich zuhört.
Unter Ulmen
Bisher passierte Folgendes: Am Anfang wurde Das Restaurant am Ende des Universums erschaffen und der schnoddrige Christian Ulmen als Sprecher für die Hörbuchversion bestimmt. Das machte viele Leute sehr wütend und wurde allenthalben als Schritt in die falsche Richtung angesehen. Viele Völker glauben, das Buch wurde von so was Ähnlichem wie einem Gott erschaffen, allerdings meinen die Jatraviden auf Viltwodl VI, dass ein Wesen namens Douglas Adams die ganze Geschichte einfach ausgeniest hat; das wäre aber kein Grund, dass gerade Ulmen sie jetzt einfach hinrotzen dürfe.
Adaptiert man einen Kultroman – und nichts hat diese Bezeichnung mehr verdient als Per Anhalter durch die Galaxis und seine Fortsetzungen, die von den Fans mit geradezu religiöser Inbrunst verehrt werden – dann muss man sich auf den Zorn der Jünger diesen Kults einstellen, wenn Entscheidungen getroffen werden, die auf den ersten Blick, sagen wir mal, künstlerisch fragwürdig erscheinen. Das Restaurant am Ende des Universums von Christian Ulmen lesen zu lassen, ist mit Sicherheit so eine Entscheidung. Denn Ulmen polarisiert. Der Entertainer ist für manche eine der großen Nervensägen des deutschen Fernsehens, was an Fernsehformaten wie Mein neuer Freund liegen mag. Andererseits begeisterte er viele Zuschauer in sehr feinen Kinoproduktionen wie Elementarteilchen, Doris Dörries Der Fischer und seine Frau oder natürlich Herr Lehmann.
Adams_Restaurant am Ende des Universums
Totaler Durchblicksstrudel?
Wider Erwarten mancher Adams-Fans macht Christian Ulmen bei Das Restaurant am Ende des Universums seine Sache sehr gut: Er liest den Text gefühlvoll und mit viel Gespür für den Sinn der komplexen Bandwurmsatzkonstruktionen, für die Douglas Adams so bekannt ist. Es gelingt ihm, Adams'sche Wortbildungen à la „Totaler Durchblicksstrudel“ oder „Dreißig-Megatöt-Definit-Kill-Photrazon-Kanonen“ vorzulesen und dabei ernst zu bleiben, was auch eine Leistung ist.
Nicht zuletzt spricht Ulmen jede der Figuren in einem anderen, völlig eigenen Duktus, was das Hörerlebnis abwechslungsreich und immer wieder überraschend gestaltet. Die knapp sieben Stunden, die die vollständige Lesung dauert, vergehen dadurch wie im Fluge. Was Ulmen aber geritten hat, den als Abenteurer und Draufgänger charakterisierten Ford Prefect in einer derart weinerlich-verzagten Stimme zu sprechen, wird wohl für immer sein Geheimnis bleiben. Davon abgesehen sind die Interpretationen jedoch passend und bleiben dicht an der Vorlage. Fans der Per Anhalter-Reihe kann man das Hörbuch Das Restaurant am Rande des Universums also uneingeschränkt empfehlen. Saubere Arbeit, Herr Ulmen!
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