Nicholls im Dreischritt zwei gegenläufige Biografien: Aufstieg, Fall, Ausgleich und Fall, Aufstieg, Ausgleich. In der Nacht nach ihrem Schulabschluss landen die spröde, den linksalternativen Dogmatismen ihrer Jugendzeit verhaftete Emma Morley und Dexter Mayhew, Sunnyboy aus reichem Elternhaus, gemeinsam im Bett. Aus unerfindlichen Gründen fühlen sie sich voneinander angezogen und aus schnell ersichtlichen Gründen können sie nicht zueinander finden, weil der extrem gut aussehende Dexter mit mannigfachen Liebeleien um die Welt zieht.
Während Emma mit einem grandiosen Abschluss glänzt, muss sie zunächst in einem Imbiss und später als Lehrerin in einer Schule arbeiten (Fall), bevor sie als Schriftstellerin Erfolg hat (Aufstieg) und dann ihre Weltverbesserungsdogmen ablegen kann (Ausgleich). Dexter dagegen macht Karriere als Fernsehmoderator, stürzt mit Drogen und Suff ab, zeugt schließlich ein Kind und eröffnet ein Straßencafé mit Feinkostabteilung.
Ob Nicholls' Roman damit schon als Entwicklungsroman bezeichnet werden darf, bleibt offen. Zu fragmentarisch und zugleich zu absehbar bleibt die Entwicklung der beiden Figuren durch die Jahre. Genauso absehbar wie ihre Vereinigung am Ende - allen Widerstände zum Trotz.