Die Antworten
Das persönlich Erlebte, das Florian zum Besten gibt, ist witzig, originell und passt zum Lebensgefühl vieler Teenies. Schwieriger wird es mit dem Teil „Die Antwort“. Da blitzen öfters als man sich das wünschen kann die Gedanken von Daniel Bielenstein, dem Autor des Buches, durch. Der ist nicht 17 sondern 43 Jahre alt und sein Blick auf die Welt ist natürlich ein anderer, abgeklärterer, den man einem Siebzehnjährigen nicht immer abnimmt.
Was da so locker erzählt wird, wird an vielen Stellen pseudophilosophisch untermauert, klingt altklug und ist schlicht überflüssig. Nachdem Bielenstein an vielen Stellen den Ton gut trifft, braucht es den Antwortteil eigentlich gar nicht. Oft wiederholt er sowieso nur das, was vorher bereits viel passender gesagt wurde.
Wie nahe kommt man Florian? So nahe, wie man einem 17jährigen eben kommen kann, der davon überzeugt ist, dass er in Wahrheit ein Alien ist. Das Frage-Antwort-Spiel ist an vielen Stellen flapsig und verrät genau so viel, wie sowieso alle schon wissen. Das aber geschieht auf amüsante, unterhaltende Art und ist vielleicht vor allem für zwei Zielgruppen aufschlussreich: Eltern – und Mädchen. Vieles ist einfallsreich und wird jungentypisch beantwortet wie beispielsweise die Frage „Was sollte ich auf eine einsame Insel mitnehmen?“, die in der Gruppe diskutiert wird und zu amüsanten Ideen führt. Ob das Leben ansonsten wirklich so funktioniert wie Florian uns das glauben machen will? Auf diese Frage gibt es keine Antwort, sein Umgang mit der Realityshow LEBEN fällt dennoch in die Kategorie lesenswert.

