Der Titel markiert schon klar das Genre: Es wird eine komödiantische Coming-of-age-Geschichte. Und diese Erwartung bedient Sven Kemmler auch durchgehend. Zweiunddreißig Lebensstationen pilgern wir gemeinsam mit dem Autor ab auf diesem humorigen Passionsweg, in der Gnadenlosigkeit der Chronologie, die hier wie ein Garant für die Ernsthaftigkeit des Unterfangens steht, das oft den Anschein des Klamaukigen haben mag – doch am Ende angekommen, wird man überrascht: der durchstolperte Weg entpuppt sich als Liebesbeweis der besonderen Art. Der Weg vom blutjungen Weltentdecker hin zum etwas überreifen Künstler ist eine Art Testament, ein Schreiben der radikalen Bewusstwerdung und der Abrechnung - mit sich selbst.
Das Fazit nimmt sich so schlecht nicht aus, auch wenn Kemmler bemüht ist, die Sympathie des Lesers durch eine monströse Verliereraura seines Protagonisten aufrechtzuerhalten. Ihm gelingt grundsätzlich nichts, doch zeichnet sich durch all die Lebenspleiten allmählich ein Bild ab, ein Muster, und so sind all diese Misserfolge schließlich nur die Bauelemente eines Kokons, aus dem am Ende ...