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Donnerstag, 24. Mai 2012 | 07:11

Hortense Ullrich, Allyssa Ullrich: Schlaflos in Hamburg

20.12.2010

Aufbruchsstimmung

Erwachsenwerden ist nicht immer einfach. Zu den eigenen Problemen, wie man sein Leben gestalten will, kommen Menschen, die immer alles besser wissen: Eltern. Vor allem Mütter. Hortense Ullrich (Mutter) und Alyssa Ullrich (Tochter) erzählen in Schlaflos in Hamburg, wie sie mit diesem wichtigen Lebensabschnitt umgegangen sind. ANDREA WANNER hat amüsiert gelauscht.

 

Aus Kindern werden Leute. Hortense Ullrich, erfolgreiche Kinder- und Jugendbuchautorin, muss wie die meisten Mütter feststellen, dass 18 Jahre nicht lang genug waren, um all die Ratschläge und Weisheiten loszuwerden, um ein Kind beruhigt in das eigene Leben zu entlassen. Für Alyssa dagegen ist nach dem Abitur die Zeit gekommen, das elterliche Nest zu verlassen und selbst Verantwortung zu übernehmen. Die Entfernung zwischen dem Heimatort Bremen und dem Studienort Hamburg ist rein kilometermäßig überbrückbar – aber die Erfahrungen, die Mutter und Tochter machen, scheinen  auf verschiedenen Planten angesiedelt.

 

Du musst jetzt stark sein!

Das Leben auf eigenen Beinen (finanziell großzügig von zu Hause gesponsert) steckt natürlich voller Tücken. Wie findet man die passende Wohnung? Worauf muss man bei der Wahl eines Mitbewohners bzw. einer Mitbewohnerin achten? Wer putzt und wer füllt den Kühlschrank? Alyssa macht so ihre Erfahrungen, die nicht damit enden, dass ihre Überraschung grenzenlos ist, dass IKEA statt eines Schrankes nur Kartons voller Bretter liefert. Wirklich hart trifft es die Mutter in Bremen, die gewohnt war, das Leben der Tochter mit kleinen Korrekturen immer wieder in die richtige Richtung zu lenken. Und jetzt darf sie nicht mal beim Renovieren der Wohnung helfen, obwohl sie sich dich bereits mit der Farbauswahl für die Wände beschäftigt hatte. Der Auszug von Alyssa ist eine Herausforderung – für Tochter UND Mutter.

 

Pleiten, Pech und Pannen

Ironisch, witzig und liebevoll berichten Mutter und Tochter abwechselnd von den Erfahrungen, die sie machen. Grafisch ist das sehr hübsch umgesetzt mit einem Druck in zwei verschiedenen Farben: in Rot kommt Alyssa zu Wort, Hortense in Schwarz. Es gibt Missverständnisse und Meinungsverschiedenheiten, zahllose Telefonate, diverse Besuche und immer wieder Kopfschütteln. Aber auch wachsendes Verständnis füreinander. Mütter und Töchter können sich in diesen Episoden wiederfinden und vielleicht am Ende die Erfahrung teilen, dass räumliche Entfernung die Nähe zueinander größer werden lässt.


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