Tun, was getan werden muss
Die Autorin und Illustratorin Kristina Lemke erzählt ihre Freundschaftsgeschichte auf wundervoll lakonische Art. Kein Wort zu viel, kein Strich zu viel. Knapp umreißt sie die Situation, skizziert mit schnellem Strick die Szene, fügt ein bisschen Farbe dazu: fertig. Das wirkt so wunderbar leicht und selbstverständlich, dass man sofort hingerissen ist. Den beiden Porträts im ovalen Bilderrahmen auf dem Cover folgt Innen sofort ein Bild, das die drei Hauptakteure zeigt: Elefant mit Frosch auf dem Rücken und Schaf, das linke Vorderbein umarmend. Drei Freunde, zu einer einzigen Figur verschmolzen. Oder Frosch, wie er mit seinem blau-weißen-Ringelshirt am Ufer eines kleines See vergnügt zuschaut, wie Schaf durch das Wasser pflügt. Oder Frosch und Schaf von hinten in ihrem Vorratsraum, der gefüllt ist mit riesigen Glasbehältern, durch die wundervoll himbeerrot die süße Köstlichkeit leuchtet. Oder die Abschiedsszene, die erneut die drei Unzertrennlichen in einer innigen Umarmung zeigt. Keine Frage: das ist wahre Freundschaft.
Daran kann auch die große Entfernung nach Indien nichts ändern. »Lange geht alles seinen gewohnten Gang«, wird konstatiert. Aber als eines Tages ein Brief von Elefant eintrifft, in dem der Ärmste berichtet, dass seine Verwandtschaft sich über den Himbeermarmeladenvorrat hergemacht hat und man sich leicht vorstellen kann, wir riesige Elefanten in kurzer Zeit auch große Vorräte verputzen, ist sofort klar: Wir müssen Elefant helfen.