Verwirrungen
Jenny Han hat ein ruhiges, stilles Buch geschrieben über ein Mädchen, das einen Sommer erlebt, der sich von den früheren unterscheidet. Alle merken, dass sie älter geworden ist: »Du bist ja richtig erwachsen geworden – wann ist das denn passiert?«, fragt Susannah: »Wann hast du dich in diese phänomenale junge Frau verwandelt?« Belly entdeckt, wie verwirrend die Liebe sein kann, wenn man sich in den Falschen verliebt. Oder will er sie nur eifersüchtig machen? Oder warum geht er mit anderen Mädchen auf Partys? Und warum geht sie dann mit Cam?
Es passiert nicht viel in diesem einfach, aber wirkungsvoll komponierten Buch, nichts Dramatisches, nur alltägliche Dinge, die aus Bellys Perspektive erzählt werden. Vor allem Stimmungen und Gefühle, mit kleinen Rückblenden versetzt aus den Sommern davor. Eine leichte Melancholie durchzieht diesen Entwicklungsroman, der gleichzeitig eine Liebesgeschichte und eine Familiensaga ist, und in dem die Auflösung, warum Conrad so seltsam ist, nicht nur Belly, sondern auch den Leser überrascht. Und das ist ein wunderbarer Höhe- und berührender Wendepunkt dieses kleinen, gefühlvollen Jugendromans, den auch Erwachsene noch mit Gewinn lesen können, weil die Gefühle eben nicht ausgestellt oder übertrieben werden, sondern ganz normal bleiben.
