Kerouac & Ginsberg
Während Viktor einen imaginären Kampf gegen die Eintönigkeit des Lebens austrägt und ein klein wenig Beat-Nostalgie (Sex, Drogen, Freiheit) verbreitet, schreibt Casbah an einer wissenschaftlichen Arbeit über das »Lebensplanungsverhalten der US-amerikanischen Unterschicht«.
Schließlich landen die beiden so ungleichen Figuren, die peu à peu zueinander finden, in Colorado Springs in der Unterkunft eines flippigen Bikers, der sich gerade auf Tour befindet und in seiner Bleibe stattliche Mengen Haschisch deponiert hat. Viktor überlässt Casbah die Drogen, sie füttert damit ihre Probanden an und gelangt so auf einfachem Weg zu verlässlichen Auskünften. So kreuzen sich auf gefährliche Weise mittels des Haschisch die Interessensphären von Viktor und Casbah. Zwei völlig unterschiedliche Lebensentwürfe finden am Ende einen Berührungspunkt – abseits jeder Moral.
Der tagträumerische Streuner und die strebsame Studentin durchlaufen einen Selbstfindungsprozess in Hardcore-Version. Gunnar Homann jagt den Leser mit einem wahnsinnig hohen Erzähltempo durch die Handlung, sein Ton klingt frech, wild und manchmal sogar etwas dissonant, so als habe man Jazz und Country vermengen wollen. Man glaubt, den Wind und den Staub der Highways zu spüren und dabei ein wenig den Geist von Jack Kerouac und Allen Ginsberg zu inhalieren.
