Der Club der fünf Schwäne
Anonyme Mails und ein beunruhigender Mobbing-Fall unter den durchgeknallten, pubertierenden Kursteilnehmerinnen des Poesie-Workshops sorgen für Erschütterung. Lautstarke Streitigkeiten und eine verhaltensauffällige kleine Tochter machen die neuen Nachbarn nicht gerade sympathisch. Die Erinnerung an den Selbstmord des Schwagers Stefan verstört immer wieder. Und unter den »fünf Schwänen« der allesamt verwitweten, aber durchaus pfiffigen Mitglieder der Alte-Damen-Clique rund um Mias Mutter sticht besonders Abigail hervor, die als ehemalige Handarbeitslehrerin obszöne, doppeldeutige Stickereien anfertigt. Nur Mia bekommt sie zu Gesicht.
Sollte dies alles Teil eines umfangreichen Skriptes sein? »Aufregung kommt gewöhnlich in Eile daher. Unruhe in der einen Ecke wird oft von einem ähnlichen Tumult in einer anderen Ecke widergespiegelt.« Siri Hustvedt versteht es, durch Dramaturgie, Dynamik, Zuspitzung und einer Prise Ironie eine gewaltige Sogwirkung zu erzeugen. Ihr Faible für psychologische und neurologische Themen dominierten bereits ihre Vorgängerromane Die Leiden eines Amerikaners und Die zitternde Frau - eine ganz besondere Affinität, die Hustvedt sogar einen Lehrauftrag für die Sigmund-Freud-Vorlesung in Wien beschert hat.