Faultiere findet man in den Baumkronen der tropischen Regenwälder von Mittelamerika und dem Amazonasbecken bis zum südlichen Brasilien. Und da hängen sie nun fast ihr gesamtes Leben an einem Ast, mit dem Rücken nach unten an ihren gebogenen Klauen, die als Haken fungieren. Eines von ihnen ist Frieda.
Frieda hängt im Baum, sieht die Welt auf dem Kopf, vespert ab und zu ein Blättchen und verlässt nur einmal in der Woche den Baum, wenn die Verdauung es notwendig macht. Ansonsten ist sie faul, zufrieden und glücklich. Klar, dass das auf manchen Aktiven provozierend wirkt. Ein Affe, der den lieben langen Tag kreischt, hüpft und unermüdlich unterwegs ist, bringt es auf den Punkt:
He du! Unnützer Blättchenfresser!
He! Hängebeutel! Fauler Sack!
Du solltest springen wie wir Affen.
So läuft das heut‘! Und zwar zack, zack!
Das Faultier verdrießen diese Schmähreden nicht im Mindesten. Frieda ist eben nicht nur faul, sondern tatsächlich entspannt. Sie antwortet dem Affen nicht einmal denkt sich lieber ihren Teil. Denn sie ist längst der Meinung, dass es schon mehr als genug von denen gibt, die lauthals schreiend durch den Tag hektiken. Und so scheinen die Positionen unvereinbar.