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Donnerstag, 24. Mai 2012 | 08:46

Alain Serres: Wie du deinen Eltern beibringst, Kinderbücher zu lieben

19.09.2011

Überzeugungsarbeit

Wie gehen Erwachsene mit Kinderbüchern um? Manchmal ganz schön kompliziert! Was muss ich alles bedenken, um das richtige Buch für mein Kind auszuwählen, das bildet und unterhält, beruhigt und stärkt, erklärt und motiviert? Erwachsene können sich das Leben schwer machen. ANDREA WANNER hat sich gefreut, aus einer neuen Perspektive über Kinderbücher aufgeklärt zu werden.

 

Es gibt Experten für Kinderbücher, die genau wissen, wie das richtige Buch sein muss. Wie gruselig, wie fantastisch, wie verwegen, wie witzig. Und die sich dabei eigentlich nie irren: die jungen Zuhörerinnen und Zuhörer (die später dann die jungen Leserinnen und Leser werden) selbst. Natürlich legen sie nicht wie Pädagoginnen oder Literaturwissenschaftler, wie Erzieher oder Lehrerinnen darüber Rechenschaft ab. Aber sie wissen trotzdem ganz genau, wie ein gutes Buch sein muss. Anders als Eltern, die manchmal verunsichert, irritiert oder gar empört auf das Angebot reagieren: ist das das Richtige für mein Kind? Versetzen wir uns doch einfach mal in die Kinderperspektive, so wie Alain Serres das getan hat, und schauen, wie aus dieser Sicht fast alle Argumente, die gegen ein Buch sprechen könnten, entkräftet werden.

 

»Wenn..., dann...«

Was also könnte gegen ein Kinderbuch sprechen? Das erste Beispiel in dem kleinen Ratgeber zeigt ein verängstigtes Elternpaar, das vor Wölfen im Buch Angst hat. Das Gegenargument ist ein sehr schlagkräftiges: die Wölfe im Buch sind nur aus Papier und sie geben Ruhe, sobald das Buch zugeklappt ist. Was ist mit Eltern, die Angst vor dem Bild eines nackten Pimmels in einem Kinderbuch haben? Der Hinweis darauf, dass man so etwas in Echt auch schon am eigenen Vater gesehen hat, klingt nicht dumm. Und die Angst vor Büchern, die etwas mit Tod zu tun haben? Auch für solche Bücher lassen sich Rechtfertigungen finden, denen Eltern schwer etwas entgegensetzen können.

Das Schema ist immer das Gleiche: ein möglicher Einwand, den besorgte Eltern vorbringen könnten, wird mit leichter Hand vom Tisch gewischt. Bruno Heitz hat diesen Eltern-Kind-Disput mit fröhlichen Illustrationen kurzerhand zum Bilderbuch gemacht. Und wer genau hinschaut, wird in den Bildern unzählige Zitate entdecken aus der Kinderliteratur entdecken. Da gibt es zwei kuschelnde Elefanten, die sofort als Babar und Celeste erkannt werden, ein Tier, dem ein anderes auf den Kopf gemacht hat, drei kleine Schweinchen, die ein Haus bauen wollen, Robert Gernhardts Wörtersee, Ungerers drei Räuber… Je mehr (Kinder)bücher man kennt, desto mehr Anspielungen wird man finden.

 

Perspektivenwechsel

Gut, man kann sich darüber streiten, ob das überhaupt ein Kinderbuch ist und nicht eines für Erwachsene. Der Sinn und Zweck des Rollentauschs ist klar und Kinder muss man eigentlich nicht von der Literatur überzeugen, für die sie sich hier einsetzen; Nonsens, Märchen, Fantasy, Horror, Krimi, Grusel, Tod und Liebe: das kann man alles tatsächlich in Kinderbücher verpacken. Natürlich müssen Erwachsene darauf achten, dass Kinder nicht überfordert werden und dass ein Buch altersgemäß sinnvoll ist. Aber ein Stück weit kann man auch darauf vertrauen, dass Kinder mit Büchern besser klarkommen als befürchtet. Sie wollen ernst genommen werden, Fragen stellen können und darauf ehrliche Antworten bekommen, kreativ sein und rumspinnen dürfen. Bücher sind dafür wunderbare Begleiter und Bücher, die sich Eltern und Kinder teilen, ein unersetzlicher Schatz. Und wer mehr Argumente braucht, wird sie in diesem witzigen Handbuch finden.

 

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