Religion in der Stadt
Sichtbar ist das vor allem in den Städten. Neue religiöse Bewegungen und Organisationen spielen dort eine immer wichtigere Rolle, nicht nur im sozial-karitativen Bereich, sondern auch hinsichtlich klassischer Staatsaufgaben wie Wohnungs- und Siedlungsbau. In einigen Regionen sind religiöse Bewegungen Teil der Kommunalregierung und nehmen damit Einfluss auf die öffentliche Verwaltung.
Religion als sozio-politischer Akteur – diesem Phänomen sind die Autoren des Sammelbands auf der Spur. Yasmeen Arif, Asef Bayat, Patrícia Birman, Enrique Dussel, Julia Eckert, Delwar Hussain, Leo Penta, Werner Schiffauer, Pablo Semán, Klaus Teschner und Asonzeh Ukah skizzieren in Regionalstudien und anhand von Fallbeispielen die Bedeutung der Religion für die Soziologie und Ökonomie der Großstadt. Ob die Pfingstbewegung in Lateinamerika und Afrika, Islamisten in Kairo, Teheran und London[sic!], Hindu-Nationalisten in Mumbai oder religiöse Gemeinschaften in Berlin – überall zeigt sich der große Einfluss von Religion in ihrer nicht- oder nur schwach institutionalisierten Form oder aber dann, wenn sie für konkrete politische Zwecke instrumentalisiert wird.