Rom - caput mundi cartographica
Dazu haben sie fast 40 Karten, chronologisch geordnet in 5 Kapitel, ausgewählt, beginnend mit der antiken Forma Urbis Romae (um 200 n. Chr.) und ein vorläufiges – oder endgültiges – Ende findend mit Google Maps. All diese Karten haben trotz ihrer Verschiedenartigkeit eines gemeinsam: Ordnung und Orientierung zu schaffen in das schier endlose Gewirr der Straßen, Plätze und Gebäude aus allen Zeiten. Dieser „Gleichzeitigkeit des Ungleichzeitigen“, wie es die Autoren nennen, ist scheinbar nur mit Hilfe von Karten beizukommen. Ein mittelalterliches Itinerar (Eine Wegbeschreibung in Form einer Auflistung der zu passierenden Stationen) verarbeitet dieses Faktum natürlich anders als die Karte der römischen Verkehrsbetriebe aus dem Jahr 1930.
Dass dabei auch bildliche Zeugnisse für die Geschichte der Stadt selbst entstehen, ist der große Wert ein jeder Karte. Sie zeigen den Niedergang der Metropole Rom im Mittelalter – der Stadtkörper hatte sich weit zurückgezogen und große Flächen innerhalb der antiken Stadtmauern lagen brach –, die „Wiederentdeckung“ der antiken Stätten , die Stadterweiterungspläne des 19. Jahrhunderts und schließlich die faschistischen Höhenflüge des 20. Jahrhunderts. Die den Karten ebenso innewohnende politische Dimension, macht nicht erst das letztgenannte Beispiel deutlich. Schon häufig sollten sie, gerade auch durch den Verweis auf die Antike, die politische Bedeutung der Stadt fixieren.
Die Autoren vermitteln neben der Geschichte Roms fast nebenbei auch die Geschichte der Kartografie selbst. Sie beschreiben, wie sich erst langsam eine feste Vorstellung von dem entwickelte, was eine (Stadt-)Karte zu leisten hatte: von der Etablierung des korrekten Maßstabs der abgebildeten Objekte, über die neutralere Sichtweise durch die Erfindung des Buchdrucks, bis zur „Demokratisierung“ der Kartenproduktion mit Hilfe von Computer und GPS bei OpenStreetMap.