Interessante Kost
Auch wenn es im philosophischen Kochbuch vorrangig um Essen und Trinken geht, gibt es auch sonst viel zu entdecken – neben den Essgewohnheiten vergangener Tage und den Lieblingsspeisen unserer großen Denker gibt das Buch ein wenig Aufschluss über diverse philosophische Strömungen und Theorien, wobei aufgezeigt wird, dass die Esskultur einer Epoche sich durchaus auf die vorherrschende Geisteshaltung ausgewirkt hat – und umgekehrt.
Die 60 aufgeführten Kochrezepte machen übrigens ein knappes Viertel des Inhalts aus. Sie sind jeweils mehr oder weniger historisch gesichert und insgesamt nicht weniger interessant als der ungemein größere Sachanteil des schön illustrierten Buches. Nur: Zum Nachkochen sind sie eher für die wirklich wagemutigen Köche, die Lust auf Ungewohntes, Abseitiges haben, geeignet. Die Autoren bekunden nicht umsonst, dass „einige der Rezepte (…) Experimentierfreude und schon ein wenig Wissen um die Wirkung der Gewürze, über die Zusammensetzung der Zutaten und über Garmethoden und Garzeiten (verlangen). Denn je nach Herkunft und dem Zeitalter, aus dem sie stammen, sind sie ohne Mengenangaben und in unterschiedlicher Diktion geschrieben.“
Für die, die sich nach der Lektüre an den Herd herantrauen, warten dann Gerichte wie „Gebratener Fenchel mit Bulgur, Nüssen und Trauben“, „Birnenpatina“, „Barsch in Mandelmilch und Zucker“, Gebratenes, gefülltes Täubchen“ oder „Gurkensuppe mit Rindfleisch“. Für Skeptiker, Kostverächter und Küchengreenhorns ist das philosophische Kochbuch immerhin noch ein interessantes Lesefutter.

