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Donnerstag, 24. Mai 2012 | 11:22

Thomas Hohensee: Entspannt wie ein Buddha

01.04.2011

Erweiterte Aufmerksamkeit

Was haben die kognitive Verhaltenstherapie und der Buddhismus gemeinsam? Sehr viel, wie uns Thomas Hohensee in seinem soeben erschienen Ratgeber Entspannt wie ein Buddha zeigt. Von MARIA-BERNADETTE EHRENHUBER

 

Die »Rational-Emotive Therapie« nach Albert Ellis sowie die »Kognitive Verhaltenstherapie« nach Beck sind von ihrem Ansatz her auch für Nicht-Therapeuten verständlich und nachvollziehbar. Werden diese neueren Formen der Verhaltenstherapie auch noch verknüpft mit buddhistischen Achtsamkeitstheorien, scheint der Weg auf dem Buchmarkt der Lebenshilferatgeber geebnet. Thomas Hohensee geht diesen Weg, und das sehr erfolgreich. Das Buch ist von der ersten bis zur letzten Seite zu empfehlen für alle, die sich selbst helfen wollen, die ihre Lebensprobleme selbst lösen wollen, die ihr Leben so gestalten wollen, dass die Probleme nicht mehr Besitz von ihnen nehmen, die von ihren Problemen nicht mehr überwältigt werden wollen.

 

Zu Beginn erklärt der Autor, was Gehirnwellen mit Entspannung zu tun haben und wie Entspannung, Aufmerksamkeit und Konzentration zusammenhängen. Dabei zitiert er neueste wissenschaftliche Studien und belegt die Wirkung von Entspannung nicht nur auf das subjektive Wohlbefinden, sondern – viel spannender – darüber hinaus auch auf die nachweisbaren Aktivitäten im Gehirn.

 

Von Buddha ist am Anfang noch wenig die Rede, einzig der Hinweis auf den Mittleren Weg bei der Erweiterung der Aufmerksamkeit nimmt zunächst den Buddha im Titel (und vor allem auf dem Cover!) auf. Doch zum Schluss spannt sich der Bogen ganz schön und Hohensee gelingt es, die Verbindung zwischen westlicher Verhaltenstherapie und östlicher Meditationspraxis herzustellen.

 

Literaturhinweise im Überblick

Der Text richtet sich eindeutig an Laien, ist zwar sicher auch für im Therapie- und Beratungskontext Tätige als Einführung geeignet, allerdings fehlen Belege für herangezogene Texte. Der Anhang einer ausgewählten Literatur reicht für Durchschnittsleser vollkommen aus. Fortgeschrittenere würden sich konkretere Angaben über verwendete Konzepte wünschen.

 

Im Kapitel »Das Denken entspannen« lernt man »das ABC der Gefühle« kennen, aber weiterführende Hinweise fehlen. Die Frage, wie in leicht lesbaren Ratgebern mit korrekten Zitaten umgegangen werden sollte, ist sicher nicht immer einfach zu beantworten. Denn allzu viele Fußnoten stören und zum Weiterlesen reicht das Literaturverzeichnis. Schade nur, dass jeglicher Hinweis auf Jon Kabat-Zinn fehlt, dem Begründer des »Mindfullness-based-Stress-Reduction-Programs«. Die Bücher Kabat-Zinns gehören immer noch zu den Klassikern zum Thema Achtsamkeit.

 

Life Coach für Gelassenheit

Der 1955 geborene Thomas Hohensee sieht sich selbst als »Life Coach« und als Spezialist für Glück und Gelassenheit. In allen seinen zehn bisher erschienenen Büchern geht es um die Erlangung des Lebensglücks, viele seiner Bücher gehören zu den Klassikern zu diesem Thema, alle sind als günstige Paperbacks erhältlich.

 

Das Beste, das man von einem Ratgeber sagen kann, ist wohl, dass er dazu geeignet ist, Menschen zu helfen. Dieser Anspruch wird durch das im März im dtv-Verlag erschienene Buch erfüllt. Wer sich auf die beschriebenen Techniken einlässt, profitiert von der Lektüre. Das liegt sicher nicht nur am Inhalt, sondern auch am wohltuenden Stil des Autors: Hohensee versteht es, einfach – aber nie zu vereinfachend – verständlich, aber niemals anbiedernd zu schreiben. Als Coach versteht er, wie man Menschen erreicht!

 

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