Gerade mal sieben Jahre lang – von 1962 bis 1969 – existierte der berühmt-berüchtigte Club im Rotlichtbezirk auf der Hamburger Reeperbahn. In dieser Zeit traten dabei eine Vielzahl von Künstlern auf, bei deren Aufzählung heutzutage so mancher Pop- und Rockfan sicherlich feuchte Augen bekommen dürfte, angesichts der Tatsache, dass er diese Stars niemals (so hautnah) live erleben durfte. Die Große Freiheit 39, so lautete die Adresse, bedeutete in den ersten Jahren des Star Club vor allem die Freiheit, die großen Rock’n’Roller aus den Vereinigten Staaten aus nächster Nähe zu erleben. Anfang der sechziger Jahre war die kurze Erfolgsphase der überwiegend schwarzen R’n’R-Überflieger in den Staaten schon wieder vorbei, in Europa hingegen war es sicher sensationell, Fats Domino, Bill Haley, Jerry Lee Lewis und Little Richard spielen zu sehen.
Der bekannteste Beat-Club der Welt beschreibt die große Aufbruchstimmung in der Hansestadt nach dem Krieg. Mit den Alliierten kam der Jazz (oder auch Jatz, wie der Hamburger sagte), neue Jugendbewegungen folgten. Halbstarke und Studenten, Rocker und Existentialisten, alle saugten ein neues Lebensgefühl auf, in dessen Mittelpunkt bald für viele der Star-Club stand. Die genannten Rock’n’Roller kamen, die Beatles entwickelten sich von einem Haufen frecher Jungs in schwarzem Leder zu den Fab Four und weitere große Namen folgten. Mitte der Sechziger tauchen so namhafte Acts wie Ray Charles, Cream und Jimmy Hendrix auf. Bis ab 1968 das Geschäft immer schlechter lief …