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Donnerstag, 24. Mai 2012 | 11:33

Franz Albert Heinen: NS-Ordensburgen

03.06.2011

Schulen des Terrors

Die Geschichte der sogenannten »Ordensburgen« des NS-Regimes in Sonthofen im Allgäu, Vogelsang in der Nordeifel nahe Gmünd und Krössinsee in Pommern war bisher ebenso fragmentarisch erforscht wie legendenumrankt. Heinen hat nun eine umfassende, penible und reich illustrierte Monographie über diese drei Orte monumentaler NS-Architektur und nationalsozialistischer Ideologievermittlung vorgelegt und damit eine Lücke geschlossen. Von MANFRED WIENINGER

 

Bei der durchaus spannenden Lektüre erschließt sich nicht nur die Bau- und Betriebsgeschichte während des sogenannten »Dritten Reiches«, sondern der Autor folgte auch den Karrieren von Absolventen der Ordensburgen, welche diese teilweise bis in die braunen Terror- und Vernichtungsapparate in den eroberten Ostgebieten geführt hat. Derart interessant und seriös aufbereitete Regionalgeschichte wie Heinens vorliegendes Werk gehört für mich mit zum Spannendsten, was ich mir zwischen Buchdeckeln vorstellen kann. Darüber hinaus kann das Buch auch ganz abseits vom Regionalen beträchtliche Relevanz beanspruchen.

 

Foto: Franz Albert Heinen Foto: Franz Albert Heinen

Todessehnsucht und Vernichtungswahn

Die strikte Ablehnung von Wissen, aber auch von Herzensbildung, von Rationalität, Kompetenz und Verstand, von Ethik und Logik zugunsten wirrer biologistischer Theorien, zugunsten von Rassenhass, Todessehnsucht und Vernichtungswahn, zugunsten von militärischem Drill und sinnlos harter Körperertüchtigung war in den nationalsozialistischen Schulungseinrichtungen der »Ordensburgen« Programm.

 

Das letzte Kapitel widmet sich informativ der Nachkriegsgeschichte der baulichen Überreste der einstigen NS-Ordensburgen und liefert damit auch einen Beitrag zur Diskussion, wie heutzutage mit derartigen Fragmenten brauner Terror- und Infra-Struktur umzugehen ist.

 

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