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Donnerstag, 24. Mai 2012 | 11:57

Die Prinzessin von Montpensier - ab heute im Kino!

27.10.2011

»Die Liebe ist gewiss die unzweckmäßigste Sache der Welt.«

»Neigungen korrigiert man mit Worten«, sagt der zukünftige Schwiegervater der Prinzessin von Montpensier. Doch weder die manierierte Sprache der Renaissance noch die theatrale Bildsprache, in die Bertrand Tavernier den Literaturklassiker Madame de Lafayettes übersetzt, können die Glut der jungen Heldin (Melanie Thierry) der geschnürten Kinohistorie ersticken. In der zerbrechlich anmutenden Marie brennt eine Leidenschaft, die weder die arrangierte Heirat mit dem Prinzen von Montpensier (Gregoire Lepince-Ringuet), noch der Verrat ihres heimlichen Geliebten Henri de Guise (Gaspard Ulliel) unterdrücken können. Von LIDA BACH.

 

Der temperamentvolle de Guise ist ein Kämpfer in allem, nur nicht der Liebe. Marie will er gewinnen wie eine der Schlachten zwischen Katholiken und Protestanten, die im Jahr 1562 Frankreich in Blut tränken. Der Gelehrte Chabannes (Lambert Wilson) hat genug davon vergossen und wird, während Montpensier im Krieg kämpft, Maries Lehrer. Wie de Guise, Montpensier und der Kronprinz Graf d´Anjou (Raphael Personnaz) verfällt er der durchscheinenden Schönheit der wissbegierigen Adligen, doch ihre Bande sind mehr geistig als emotional. Beide sind Deserteure, Chabannes im Krieg und Marie in der Ehe. Beide bezahlen ihre unbeirrbare Aufrichtigkeit gegen ihre Überzeugung mit dem Tod. Den Kriegsveteranen trifft er physisch, die Prinzessin von Montpensier seelisch im selbst auferlegten Exil.

 

»Was bleibt ist die Scham, dass ich mich so leicht verführen ließ.«

»Sie lehren uns Gehorsam gegenüber den Gesetzen des Gleichgewichts und der Bescheidenheit«, sagt Chabanne zu Marie mit Blick auf die Sterne. Doch nicht in ihnen, sondern Maries eigener Hand liegt ihr Schicksal. Die für die Handlungszeit, ebenso wie ihre literarische Entstehungszeit, ungewöhnlich entschlossene Hauptfigur kämpft vor dem Hintergrund der Hugenottenkriege um ihre Selbstbewahrung in einer Gesellschaft, die Frauen als Ware im politischen Handel betrachtet. Auf ihre verbotene Liebesnacht blickt sie ohne Reue zurück; nicht anders der Zuschauer auf die sinnliche Tragödie. Deren halb Renaissance-Gemälden, halb Bühnenkulissen gleichende Szenen erwecken neben der Lust der Charaktere die des Betrachters auf die geistvolle Novelle Madame de Lafayettes.

 

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