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Donnerstag, 24. Mai 2012 | 12:09

TV-Serie: Game of Thrones

17.11.2011

Herrscher, Intriganten, Kurtisanen

Dass HBO für stilprägende Serien (Die Sopranos, The Wire, Boardwalk Empire) bekannt ist, ist kein Geheimnis. Mit Game of Thrones ist der nächste große Wurf gelungen. Die auf der Fantasy-Reihe Das Lied von Eis und Feuer (R. R. Martin) basierende Serie überzeugt in jeder Hinsicht. Doch was macht sie so besonders? Etwas verspätet blickt ALPER TURFAN nach Westeros und schreibt über seine neue Lieblingsserie.

 

Die Handlung spielt sich hauptsächlich in den mittelalterlichen sieben Königreichen auf dem Kontinenten Westeros ab. Nach 300-jähriger Herrschaft des Adelshauses der Targaryen wird ihre Vormachtstellung unter einem blutigen Krieg zerbrochen. Der neue König Robert (Mark Addy) aus dem Hause Baratheon sorgt für Jahre des Friedens. Nun gerät sein Reich in Aufruhr. Nach dem ungeklärten Tod seines engsten Vertrauten entbrennt zwischen den Adelsfamilien ein erbitterter Kampf um Roberts Thron. Der König ernennt Eddard Stark, seinen alten Freund und Herrscher des Reiches im Norden, zu seiner neuen rechten Hand. Der raue, doch stets gerechte und fürsorgliche »Ned« (Sean Bean) gerät in ein politisches Rankenspiel inmitten von Intriganten, Kurtisanen und inzestuösen Perversitäten.

 

Indessen, fernab der sieben Königreiche, verbünden sich die letzten Überbleibenden der Targaryens mit dem Reitervolk der Dothraki und bereiten sich auf ihre Rache vor. Dabei gedeiht eine weitaus gefährlichere Bedrohung im weiten Norden. Dunkle, seit Jahrhunderten tot geglaubte Mächte scheinen zu erwachen ...

 

»A Song of Ice and Fire«

Das Fantasy-Epos zählt schon jetzt zu den einflussreichsten Werken seines Genres, obwohl es nach fünf erschienen Werken noch nicht abgeschlossen ist. Dabei lässt es viele klassischen Elemente des Fantasy-Genres aus und wirkt über weite Strecken wie ein historischer Roman. Die komplexe und hochspannende Erzählung erstreckt sich von politischen Intrigen über wagemutige Abenteuer bis hin zu feinfühlenden Familien- und Liebesgeschichten.

 

Die Saga fand nun ihren Weg auf die Leinwand. 2007 begann HBO die pre-production der ersten Staffel, die den ersten Band der Reihe abdeckt. Sie besteht aus zehn Folgen, deren Produktion insgesamt 50-60 Millionen Dollar gekostet hat. Dem Mammutprojekt nahmen sich die vergleichsweise unbekannten David Benioff und D.B. Weiss an. Zur Freude der Leserschaft orientiert sich die Serie nahe an der Vorlage. Die wenigen Szenen, die dazugeschrieben wurden, reihen sich nahtlos in die Handlung ein. Das liegt unter anderem daran, dass R.R. Martin höchstpersönlich am Entwicklungsprozess beteiligt ist.

 

»I have never been nothing. I am the blood of the dragon.«

Game of Thrones ist eine der wenigen Serien, die dem Fernsehen den alten Glanz wieder bringen. Mit ihrer düsteren Atmosphäre, ihren prachtvollen Locations, ihren in allen Einzelheiten ausgearbeiteten Kostümen und einem erstklassigem Farbgrading zieht sie den Zuschauer in ihren Bann und wirkt wie eine testosterongeladene Liebeserklärung an die Monumentalfilmkunst. Die atemberaubenden Landschaften und opulenten Bauten verdeutlichen zu jedem Zeitpunkt, wie viel Geld in die Produktion geflossen ist. Unkonventionelle Kameraeinstellungen und -bewegungen erzeugen einen künstlerischen Mehrwert, der das Auge jedes Cineasten erfreut.

 

Die Schauspieler, allen voran Sean Bean als Ned Stark, spielen ihre vielschichtigen Figuren überzeugend, wenn auch beizeiten etwas steif. Besonders hervorzuheben ist der markante Sprachgebrauch. Die Figuren sprechen ein raues Britisch, das an das Mittelenglisch des 15. Jahrhunderts erinnert. Die deutsche Synchronisation ist hingegen in üblichem Hochdeutsch gehalten, was man den Übersetzern gemessen am Schwierigkeitsgrad sicher nicht verübeln darf. Bis auf wenige Aussetzer ist sie genießbar.

 

Zwar kratzt Game of Thrones hin und wieder am Pathos, überrascht dann aber mit leisen, gefühlvollen Tönen. Zum Beispiel wenn Ned sagt, dass kein Krieg so schwierig zu führen sei wie die Erziehung einer Tochter.

 

»With a belly full of wine and a girls mouth around my cock.«

Das US-amerikanische cable tv feiert seine Freiheit. Sexualität, Nacktheit und Gewalt sind an der Tagesordnung. So scheuen sich die Produzenten von Game of Thrones nicht davor, Sexszenen explizit darzustellen oder offene Torsos in der Halbnahen zu zeigen. Die Serie trifft dabei aber immer den richtigen Punkt zwischen Gefühl, schwarzem Humor und handfester (schwertfester?) Action.

 

Seinen deutschen Serienstart hatte Game of Thrones am 2. November auf dem deutschen Bezahlsender TNT Serie und wird fortan jeden Mittwoch um 20:15 Uhr dort ausgestrahlt. HBOs Meisterwerk kann auch dem Genre abgeneigten Zuschauer ans Herz gelegt werden. Game of Thrones ist mitreißendes, kollossales Entertainment auf höchstem Niveau.

 

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nice one!
| von turbine, 17.11.2011

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