Mario Kart 7
20.12.2011
Fahr, Mario. Fahr!
Nintendo im Mario-Himmel: Nach Super Mario 3D Land wirft die japanische Erfolgsschmiede mit Mario Kart 7 kurz vor Weihnachten einen weiteren Klassiker auf den Markt. Schon wieder Mario? Ob das was wird? Ja, findet FRANZISKA BECHTOLD und schnallt sich schon mal an – nur zur Sicherheit!
Kurz vor Weihnachten wollen sie es noch mal wissen: Nintendo kramt den »All-Time-Favorite« des geselligen Zockers aus und poliert ihn für den 3DS auf. Ob es da ein besinnliches Fest wird, bleibt fraglich, denn bei diesem Spiel hört bekanntlich die Freundschaft auf. Und wehe einer benutzt den Blitz! Leider wird beim 3DS die Chance noch nicht so groß sein, da die Verkaufzahlen der Konsole in Deutschland trotz Super Mario 3D Land und neuen Farbvariationen noch nicht in exorbitante Höhen gingen. Dem schafft zum Glück ein gelungener Online-Modus Abhilfe.
Eigentlich muss man zu Mario Kart nichts mehr sagen, deshalb gleich ein Sprung zu den News, denn der Ausflug in die dritte Dimension bringt nicht nur optische Verbesserungen mit sich. Da wurde die ein oder andere Schraube gedreht um nicht nur den Spielspaß oben zu halten, sondern nach all den Jahren seit der Geburt auf dem SNES immer noch aktuell und innovativ zu sein. Und das hat man mit vielerlei neuen Features geschafft.
Mario meets Need for Speed. Naja, so gut wie...
First things first: Die Auswahl an Figuren wurde natürlich erweitert. Zu den altbekannten Rasern gesellt sich zum Beispiel Lakitu – oder man tut was fürs Ego und fährt einfach gleich mit seinem Mii Charakter. Bei der Wahl des richtigen Wagens wird es besonders spannend. »Hauptsache-es-fährt« war gestern, jetzt heißt es Karosserie, Reifen und Segel (ja, richtig gehört, Segel!) selbst aussuchen. Während das Segel dafür zuständig ist, den Kart nach hohen Sprungeinlagen durch die Luft gleiten zu lassen, entscheidet die Reifenwahl über Offroad- und Asphalt-Qualiäten der Seifenkiste. Und ob man im schmucken Bienenmobil fährt oder lieber die Kaktuskarre anwirft, sei gut überlegt. Dabei werden der kreativen Entfaltung keine Grenzen gesetzt. Ruhig einmal Bowser in das Ei stopfen und Mini-Reifen drauf satteln – ein Bild für die Götter.
Auch die Strecken bieten so einiges an Neuerungen. Neben dem gemütlichen Segeln durch die Luft geht es dieses Mal auch unter Wasser. Ein nettes Feature, das den Machern in Sachen Optik und Handling neue Freiheiten bietet: Die Steuerung wird zäher, der Kart bekommt eine kleine Turbine und selbstverständlich kann man schnell mal mit einem Fisch zusammenstoßen. Da muss man sich natürlich beim ab- und auftauchen anpassen können und so konnte eine neue Herausforderung geschaffen werden, die zwar nicht anspruchsvoll aber abwechslungsreich ist. Neben 16 neuen Strecken, dem Gebirgspfad oder dem Warios Galeonenwrack, stehen ebenso viele bekannte Strecken zur Verfügung: Unter anderem ist der obligatorische Regenbogen Boulevard oder der Koopa-Strand vertreten – für Vielseitigkeit ist also gesorgt.
"Oh, Neiiiin! Ein ****** Blitz!"
Da fährt man nun also gemütlich durch die Gegend und ahnt nichts Böses und wird plötzlich von Schildkrötenpanzern auseinandergenommen. Oder man nähert sich voller Vorfreude der Ziellinie und was passiert? Jemand nutzt einen Blitz (warum bekomme ich eigentlich NIE einen Blitz?). Ohne Items wäre eine Kartfahrt eben nur eine Kartfahrt und nicht Mario Kart. Deshalb gesellt sich zu Panzer, Blitz und Co. die Feuerblume (dieses Mal für alle Charaktere) und der Tanookie-Anzug (immer noch süß, immer noch todschick), die natürlich dem Ziel dienen, die Mitspieler von der Bahn zu fegen. Ein paar mehr Neuerungen wären hier zwar nett gewesen – muss aber nicht, denn es macht auch mit dem Spaß, was man geboten bekommt.
Sehr schade ist, dass der Einzelspieler-Modus viel zu einfach ist. Auch in höchster Schwierigkeitsstufe fährt jeder, der zumindest mal zugeschaut hat, wie jemand Mario Kart spielt, die KI an die Wand und dafür müssen dem Spiel doch ein paar Punkte abgezogen werden. Der Online-Modus, sofern er nicht mitten im Spiel abbricht, weil die Netzwerkverbindung fehlt, schafft Abhilfe und macht auch Spaß. Doch gegen den guten alten Offline-Multiplayer mit anschließender Streit-Garantie und einem Potpourri aus Schimpfwörtern, Verzweiflungsschreien und einem Best-of-Evil-Laughs kann einfach nichts schlagen. Und dazu eignet sich das Spiel hervorragend. Ich schließe also: Wer einen 3DS besitzt, darf ruhigen Gewissens bei Mario Kart 7 zugreifen, denn trotz des niedrigen Schwierigkeitsgrades macht es viel Spaß – und beim Gedanken an die vielen Stunden, in denen Ärger und Triumph so nah beieinander liegen, dürfte dem Mario Kart Veteranen das Herz aufgehen.
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