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Donnerstag, 24. Mai 2012 | 12:46

Resident Evil Revelations

07.02.2012

Zombie. Zum Mitnehmen, bitte!

Böse Mutanten nun auch stilecht in der Straßenbahn erlegen? Kein Problem. Capcom bringt ein neues Resident Evil auf den Markt und präsentiert mit Revelations feinsten Survival-Horror für den Nintendo 3DS. Eine lang erhoffte Neuerung und die Rückbesinnung zu den Wurzeln lassen FRANZISKA BECHTOLD das Blut in den Adern gefrieren. Und das ist gut so …

 

War The Mercenaries 3D noch eine eher abgespeckte, zusammenhangslose Baller-Fahrt durch Zombieland, gibt es nun ein komplett durchdachtes, storylastiges Resident Evil für die Hosentasche. Die Geschichte versucht, die Geschehnisse zwischen den Teilen vier und fünf zu verbinden. Da freut sich der Serien-Fan, gibt es doch ein Wiedersehen mit Jill Valentine und Chris Redfield. Die beiden müssen sich auf einem Geisterschiff gegen einen neuen T-Virus, Bio-Terroristen mit Namen Veltro und jede Menge Mutanten bewähren. Schicke Zwischensequenzen halten den Spieler bei der Stange und machen den Plot erstaunlich spannend für ein Handheld-Game.

 

Laufen UND Schießen - gleichzeitig. Unglaublich!

Endlich (endlich!) hat man auch im Hause Capcom eingesehen, dass es bei gepflegter Horror-Action nicht ungeschickt ist, die Spielfigur gleichzeitig Laufen und Schießen zu lassen. Und auch wenn einige Veteranen sicher gerne die Tradition hochhalten würden: Diese Neuerung war längst überfällig und trägt deutlich zum angenehmen Handling bei. Pünktlich zum Release von Revelations brachte Nintendo außerdem das Circle Pad Pro auf den Markt, welches den 3DS um einen zweiten Analogstick und zwei Schultertasten erweitert. Damit wird die Steuerung zwar angenehmer und intuitiver, trotzdem ist der klobige Aufsatz kein muss, da er die kleine Konsole schwer macht und die Hand nach längerer Zeit am Pad ein wenig verkrampft.

 

Obwohl mit der veränderten Steuerung ein erheblicher Schritt getätigt wurde, besinnt sich das Spiel oft auf die Wurzeln des gepflegten Survival-Horrors zurück und setzt auf einen ausgeglichenen Mix aus Schock-Momenten, Rätseln und Actionpassagen. Zurecht fragt man sich nun, ob auf das auf dem niedlichen 3DS überhaupt Wirkung zeigt. Natürlich kann sich auf dem kleinen Handheld kein wirklich intensiver Nervenkitzel entfalten. Trotzdem schafft es das Spiel, durch spannende Musik und gewohnt perfektes Sounddesign, zu fesseln. Somit sorgt es für den ein oder anderen Schreckmoment, sehr dichte Atmosphäre und – zumindest bei der Autorin dieses Textes – dafür, lieber das Licht im Schlafzimmer noch mal anzuknipsen, wenn man eine nächtliche Runde mit Jill und Chris dreht.

 

Der B.O.W. für zwischendurch - und er sieht so gut aus ...

Grafisch ist das Spiel sehr gelungen, die Texturen sind gut und vor allem in Zwischensequenzen holt es einiges aus dem Gerät heraus ohne die 3D-Effekte zu penetrant zu nutzen. Da macht das B.O.W.s (Bio-Organic Weapons) töten doch gleich viel mehr Spaß, wenn sie bedrohlich röchelnd auf einen zu wanken und dabei auch noch – naja – hübsch anzusehen sind. Leider scheint das den 3DS manchmal ein ganz kleines bisschen zu überfordern, was leichtes Ruckeln zur Folge hat. Damit kann man allerdings Leben, da dies beispielsweise im Laufe gemütlicher Aufzugfahrten passiert. Zumindest kann man dann schon mal nachladen. Denn man sollte immer nachladen. Sonst: Kopf / Arm / Bein ab.

 

Das Spiel verfügt über einen Kampagnen-Modus, der in 12 Kapitel aufgeteilt ist und einen freischaltbaren Raubzugmodus mit kleineren Missionen. Dabei wurde durchaus bedacht, es eher für kurze Spielsessions, denn lange Zockabende anzulegen. Die Länge der Kapitel wurde so gestaltet, dass sie den Spieler zwar einige Zeit unterhalten, jedoch in der Regel nicht über eine Stunde Spielzeit hinausgehen. Auch die Savepoints sind reichlich und clever angelegt, sodass man bedenkenlos im Bus zur Arbeit ein paar Zombies aus der Welt fegen kann, ohne dass der Fortschritt verloren geht.

 

Einwandfreies Handheld-Spiel mit leichtem Abzug in der B-Note

Ein Pluspunkt ist die Möglichkeit, die Sprache auf Englisch umstellen zu können, denn die angespannte Stimmung wird ein ums andere Mal von emotionsloser, stumpfer und unprofessioneller deutscher Synchronisation zu Nichte gemacht. Schade. Trotzdem: Bei Resident Evil Revelations wurde fast alles richtig gemacht und Fans der Serie sowie Neueinsteiger können ohne Bedenken zugreifen!

 



 

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